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Kameraden aus der Landesgruppe NRW auch beim Marsch zum Gedenken 2022

In vier Tagesetappen marschieren 135 Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten 118 Kilometer, um an die 3.463 Bundeswehrangehörigen zu erinnern, die seit Gründung der Bundeswehr infolge der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen sind, darunter 116 Gefallene. Jeder einzelne ist schon zu viel, aber damit keiner Vergessen wird und immer in Erinnerung bleibt, wird der MzG durchgeführt.

  • Von Rene Zander. Bilder: Zander, Limburg, Marschteilnehmer
  • 29.07.2022
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Kameraden aus dem Landesverband NRW nahmen am „Marsch zum Gedenken 2022“ teil.
Tagebuch des Bezirksvorsitzenden Köln/Aachen Oberstleutnant d.R. Rene Zander:

Tag 0
Anreise zum *Marsch zum Gedenken (MzG) 2022*

Ich wollte schon 2020 und/oder 2021 am MzG teilnehmen, aber durch Corona ist ja alles ausgefallen. Daher war die Freude bei mir groß, als die Information für 2022 bei mir angekommen ist: „Du bist dabei“.

Aber was ist der Marsch zum Gedenken:
In vier Tagesetappen marschieren 135 Soldatinnen und Soldaten sowie Reservistinnen und Reservisten 118 Kilometer, um an die 3.463 Bundeswehrangehörigen zu erinnern, die seit Gründung der Bundeswehr infolge der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen sind, darunter 116 Gefallene.
Jeder einzelne ist schon zu viel, aber damit keiner Vergessen wird und immer in Erinnerung bleibt, wird der MzG durchgeführt.
Ich hatte nur aus den üblichen Medien und von Erzählungen vom Ablauf des MzG erfahren. Daher freute ich mich schon voll auf die Veranstaltung, welche für mich in DVag stattfindet.
Im Vorfeld wurden die Teilnehmer via E-Mail über alles informiert und jeder musste jetzt nur noch seine Zuziehung beim jeweiligen Feldwebel für Reservisten (FwRes) anfordern. Wie sage ich es immer, läuft ja wie geschnitten Brot.

Schon in der Vorwoche wurden alle benötigten Ausrüstungsgegenstände von mir verpackt und verstaut. Durch die guten Vorabinformationen hatte ich alles am Mann ggf. hätte man noch den mühsamen Weg über die Bekleidungskammer am Heimatstandort gehen müssen. Und jeder weiß was das manchmal bedeutet.

Sonntag morgens 06:00 Abfahrt Richtung TrÜbPl Lehnin.
Der Tag war schon lange angebrochen und die Sonne zog schon langsam ihre Bahn. Die Straßen waren, trotz Sommerferien, relativ frei. Daher Tempomat rein und rollen lassen. Erst kurz vor Hannover gab es einen Stau von 45 Minuten. Von drei Spuren auf eine und… pünktlich 10:45 Grenzübertritt Marienborn. VISA Transit

Oberstleutnant d.R. Hans-Peter Limburg und Oberstleutant d.R. Rene Zanger
Oberstleutnant d.R. Hans-Peter Limburg und Oberstleutant d.R. Rene Zander

Gegen Mittag Ankunft auf dem Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Lehnin. Freundlicher Empfang und alles strikt Ausgeplant. Station 1. Corona Test, Station 2. Geschäftszimmer, usw.
Schöne Zwei-Mann-Stube bezogen. Schattenseite, wichtig bei diesen Temperaturen.
Zum Glück liege ich mit meinem Fallschirmjägerkamerad und Landesschriftführer der Landesgruppe NRW Hans-Peter Limburg zusammen. Läuft.

Ab18:00 verlegen wir alle an die Hähnchen Bar.
Ja, richtig gelesen. Eine große Hütte auf dem TrÜbPl. Quasi eine große Grillhütte.
Nach einer kurzen Ansprache durch das Funktionspersonal- wurde Einsatzbereitschaft am Grillgut und Bier hergestellt. Nicht zu viel Bier, weil ja noch ein offizieller Teil folgte.
Nach dem zwoten Gang am Grill, wurden alle Marschteilnehmer in Marschgruppen (Züge) eingeteilt. Auch wenn meine Kameraden vom Fallschirmjägerregiment (FschJgRgt) 26 im D-Zug sind, werden alle Offiziere im A-Zug untergebracht. Nachdem alle Züge auf die gleiche Stärkezahlen gebracht worden, folgte der wirklich emotionale Teil.

Es wurden die Namensbänder der gefallenen Kameraden/innen verteilt. Jeder gefallene Soldat wurde aufgerufen, Todesdatum und Grund wurden vorgelesen. Gleichzeitig wurde das Namenband an den Träger (Marschteilnehmer) übergeben. 115 (116) Namen! 115 (116) Gesichter mit den Geschichten dahinter. Gänsehaut.
Und wer nicht dabei war, es flossen einige Tränen. Da viele selbst Betroffene dabei sind. Ein Beispiel, ein Obergefreiter trägt den Namen seines gefallenen Bruders.
Und so zieht sich dieses bis zum Schluss durch. Mein Namensband ist vom Kameraden „Roman Schmidt“. Ein Soldat aus meiner alten Einheit dem Fallschirmjägerbataillon (FschJgBtl) 263. Gefallen Oktober 2008 in Afghanistan.
Am Ende der Zeremonie wurden noch durch eine Frau Hauptmann (R) aus Neuseeland Poppy verteilt. Sie hatte ihren deutschen Mann bei einem Einsatz verloren.
Alles war sehr ergreifend und kann man schwer in Worte fassen.
Nach einer weiteren kurzen Lage Info ging es zurück zum Truppenlager. Ich konnte das Bett schon vom weiten hören. Ein großer Tag ging zu Ende und die nächsten standen schon vor der Türe.

Tag 1 Marschtag, 32 km

Die Nacht war ruhig und erholsam. War auch nicht so warm wie gedacht. Hans-Peter und ich sind schon weit vor dem Wecker war. Also auf in den Waschraum. Männer und Frauen, alle zusammen. Ist auch klar, hier sind wir alle gleich! Kameraden und Soldaten! Außer bei den Duschen.
Nach dem reichhaltigen Übungsplatz Frühstück (die Feinschmecker unter Euch wissen was gemeint ist), wurde noch schnell ein Fressbeutel für unterwegs abgepackt. Jetzt war noch Zeit genug, um noch alles richtig zu verpacken. 07:30 gingen wir dann mal langsam zum Sammelpunkt. Die Sonne brennt schon schön vom Himmel. Wasser! Die Parole für den heutigen Tag. Trinken, Trinken und Trinken. Natürlich gibt es nur das gute Julimond Wasser.

Kurz vor 08:00 Uhr gab es noch eine kleine Ansprache durch Oberst Schreiber. Der Tag kann beginnen. Die Spitze bildet der A-Zug. Mal was anderes für mich. Marschieren auf lange Distanzen in Formation (ohne Schritt). Da ich bis jetzt gewohnt war, allein mein Tempo zu laufen, eine ganz neue Erfahrung. Der Zug wurde nur umgruppiert, so dass die Leute mit den kurzen Beinen vorne das Tempo angeben. Ich gehe hinten, als letzter. Es war aber eine ganz angenehme Erfahrung.
Es geht erstmal immer die Panzerringstrasse lang. Bis wir in einem Waldweg abbiegen. Zügig, aber trotzdem gemäßigt geht es vorwärts. Schnell erreichen wir eine Waldsiedlung mit ganzen vielen Datschen. Wunderschöne Grundstücke mit mehr oder minder schönen Häusern darauf. Alle Anwohner, welche auf der Straße sind, winken uns zu und sprechen uns ihren Dank aus. Auch wurde gefragt, ob wir genug zu trinken haben, Essen vorhanden ist und kurz darauf erreichen wir einen Kindergarten. Hier gibt es seit 2018 eine Tradition. Alle Kinder stehen an der Straße und winken/Klatschen uns zu. Nur lachende und freundliche Gesichter. Natürlich hatten wir Geschenke für die Kinder dabei.
Leichten Fußes ging es, abgesichert durch die Landespolizei, Feldjäger und eigene Kräfte, über Land- und Bundesstraßen immer weiter Richtung Potsdam. Alle ca.10 km wurde eine größere Pause eingelegt. Verpflegungspunkte wurden durch die Funktioner an verschiedenen Punkten im Gelände bereitgestellt. Also an Flüssigkeit, Obst und Süßigkeiten hat es nicht gemangelt. Auch wenn durch uns ein Riesenstau auf den Straßen entstanden ist, waren alle Mitbürger freundlich und hilfsbereit. Besonders die ältere Generation begrüßte uns mit den üblichen DDR-Durchhalteparolen. Aber lustig.

Überall Beifall und winkende Menschen. Die Große Pause dann bei einem Mc Donald. Überfallartig wurde der Mc Donald gestürmt. Nicht nur die WC Anlagen, auch die Bestellschalter waren voller grüner Männchen. Ich habe mir nur meine selbst gepackte Mittagsverpflegung genommen und die Ruhe genossen. Die Pause wurde auch vom Funktionspersonal in die Länge gezogen, da wir viel zu schnell unterwegs waren. Tja, ich kann auch langsam! Es gab verschiedene Eckpunkte/Zeiten, welche gehalten werden mussten. Z.B durften wir erst ab 16 Uhr im Landeskommando Brandenburg (LKdo BB) ankommen. Weil alle Soldaten für uns dort Spalier standen. Das gleiche einige Kilometer vorher beim Einsatzführungskommando (EFKdo).

Da sich nun alle schön die Plauze mit Bürger, Fritten und Softeis vollgeschlagen haben, fielen einige Kameraden in einen tiefen Mittagsschlaf. In 10 Minuten Abmarsch, schallt es über den Platz und riss alle aus ihren Träumen. Wie fleißige Ameisen wurden zügig Aufträge abgearbeitet und Marschbereitschaft hergestellt. Mit Polizeieskorte ging es weiter um die schöne Seenlandschaft der Havel. Ein Traumwetter und Traumlandschaften bilden heute einfach ein super Zusammenspiel. Selbst von den Booten aus winken uns die Leute zu. Sonst ziehen sich die letzten Kilometer immer so, aber hier- ging es immer in einem leichten Schritt und lustigen Gesprächen- Kilometer auf Kilometer weiter. Heute sind wir nur „durch“ das EFKdo gelaufen. Durch das eine Tor rein, quer durch die Kaserne und am anderen Ende zum Tor wieder raus. Der Wald der Erinnerung soll erst morgen auf unserem Plan stehen.

Schnellen, mal langsamen Schrittes ging es weiter Richtung LKdo BB. Schon einige 100 Meter vorher konnten wir sehen, wie sich die Soldaten/ innen des LKdo BB ab der Wache bis zu unserem Einlaufpunkt, in Spalier aufgestellt haben. Mit dem militärischen Gruß wurden alle beim Einlauf begrüßt und Ehre gezollt. Glücklich und mancher auch erschöpft waren wir nach 32 Kilometer in unserem Ziel angekommen.

Zügig wurden, im Schatten von hohen Bäumen, kühle nicht alkoholische Getränke in die ausgetrockneten Körper eingeflößt. Jetzt fehlte nur noch die Rückverlegung mit dem Bus nach Lehnin. Viele fielen sofort in die Sitze des Busses und schliefen ein. Ich habe versucht diese Zeilen zu schreiben. Zack hatte sich der Busfahrer auch noch verfahren. Wertvolle Minuten die uns dann für die Körperpflege fehlen werden. Eine Dusche, für Männer und Frauen… wer als erster in der Dusche ist hat gewonnen… gerade so konnten die Männer gewinnen. Keine Sorge, die Frauen durften dann sofort danach und dann wieder die Männer. Jetzt galt es erstmal alle Wehwehchen von den Sanitätskräften zu versorgen. Hier eine Blase, hier ein verspannter Muskel und. Viele Kameraden schleichen in Badelatschen über den Flur.
Hans-Peter Limburg und ich sind fit wie ein Turnschuh. Da wir im ersten Schwung „Duschmänner“ waren, konnten wir uns danach in Ruhe um die Nachbereitung und Vorbereitung hingeben. 18:30 Abendessen im Freien. Leider zieht aber ein Gewitter auf. Daher wird eilig an einem Plan B gearbeitet. Es ist immer noch voll schwül. Trotzdem wird kurzerhand die Truppenküche wieder aufgeschlossen und wir bringen alles dort hin. Jetzt erstmal essen und ein Radler genießen.

Tag 2 Marschtag, 31 km

Das Gewitter war mehr Thunder und weniger Lightning. Nur wenige Tropfen erreichten den Boden. Bestimmt lag es nicht an den vielen Bäumen um uns. Trotzdem ist die Luft merklich kühler und klarer. Puhhh, durchatmen.

Kurze Befehlsausgabe für den kommenden Tag, dann folgte noch das sagenumwobene Dienstabschlußbier (DAB). Dabei lernten sich die Marschzüge nochmal mehr kennen. Wer kommt Wo her und warum ist er überhaupt dabei beim MzG 2022.
Wecker klingelt um 05:30 Uhr, nicht nur bei uns – man hört es auch aus den anderen Stuben heraus.
Erste Amtshandlung von Hans-Peter und mir ist es, einen kräftigen Schluck Wodka zu ziehen. Zum wach werden.
– W
ar nur ein Test, wollte gerne Eure Gesichter sehen,  ob ihr alle richtig mitlest. –

Natürlich ist die erste Amtshandlung von uns Beiden der Corona Test. Nach erfolgter Prüfung geht es Richtung Waschraum. Das Gebäude erwacht langsam und aus den Stuben strömen die Kameraden/innen zum Dienstbeginn. Man sieht manchen die Strapazen des letzten Tages an. Manch einer mit vorsichtigen Schritten oder mit leichten O-Beinen. Aber alle haben den gleichen Gesichtsausdruck, Aufgeben gibt es nicht. Heute beißen wir die Zähne zusammen, vergessen den Schmerz und Marschieren für unseren gefallen Kameraden. Ein Durchhaltewillen welchen man selten sieht. Hut ab!
Frühstück und schon geht es mit der Ausrüstung Richtung Wache. Wo die Abfahrt der Busse um 07:00 Uhr stattfinden sollte. Na ja, wie immer im Soldatenalltag, keine Busse da. Kurz Durchatmen und mit nur einer „kleinen“ Verspätung stehen unsere vier Busse bereit. Aufsitzen, Verlegung zum LKdo BB.
Kurzes Antreten und warme Worte vom Oberst Schreiber. Heute stehen ca. 30 km auf dem Programm. Höhepunkt ist die Kranzniederlegung im „Wald der Erinnerung“ im EFKdo.
Und schon geht es los. Heute mal mit Feldjäger Eskorte. Vorne und hinten je ein Bulli mit Blaulicht und zwei BMW-Motorräder. Ohhhh, was können die flitzen. Ständig rauschen die jungen Feldjägerkameraden an uns vorbei. Sperren mal hier eine Kreuzung, Zufahrt oder einfach die Gegenspur. Danke schön dafür Kameraden, es hat uns ein sicheres Gefühl gegeben. Besonders weil der erste Teil der Strecke durch das Stadtgebiet Potsdam geht. Auch heute stehen viele Fußgänger, Radfahrer am Straßenrand und schauen uns zu, Danken uns und wünschen uns viel Glück. Heute sind wir besser vorbereitet. Wir haben Flyer und Gummibärchen in den Taschen. Die Flyer finden ihren Absatz bei den Erwachsenen, wobei die Gummibärchen mehr als reißenden Absatz bei den Kindern findet. So können wir die Bürger nicht nur über unseren LKW informieren, sondern auch durch die Flyer.

Erster Stopp am Schloss Sanssouci. Gruppenbild auf der großen Treppe, danach die Marschgruppenbilder. Kurz noch was trinken und weiter geht es durch Potsdam. Wer schon mal am Schloss Sanssouci war, kennt bestimmt auch den Künstler mit der Flöte und dem Kostüm vom alten Fritz. Kaum sind wir auf seiner Höhe, spielte er den Präsentiermarsch. So macht marschieren Spaß. Die Laune, welche echt schon super ist, steigt nochmal um 100%. Läuft!
Weiter geht es durch die Innenstadt von Potsdam. Auch am Sitz der Partei „die Linken“ geht es vorbei. Alles ohne Zwischenfall.
Die Bevölkerung nimmt das Verkehrschaos gelassen hin. Man freut sich sogar die Bundeswehr in der Öffentlichkeit zu sehen. Kinder winken uns zu, die Eltern zeigen uns Daumen hoch. So läuft der Marsch fast mühelos durch die Innenstadt. Ein kleines Highlight war ein Ami-Schlitten wie er im Buche steht. Tiefschwarz und böse. Durch Jubel der Marschgruppen, ließ er immer seinen Motor aufheulen. Unser Dank und Applaus waren ihm sicher. Langsam geht es wieder raus in die Natur. Die Letzen Häuser und Kulturdenkmäler liegen hinter uns und vor uns liegt ein wunderschöner Wald/Seen Landschaft. Traumhaft.

rauf auf die Fähre Tussi II

Langsam geht es Bergauf und Bergab bis wir am Rande eines Sees auf der Hauptstraße vorbeimarschieren. Kurz vor der nächsten Stadt noch eine kleine Pause und schon ging es weiter. Weil….
Wir hatten ein Date mit der Tussi II. Ja genau, die Fähre Tussi II sollte uns übersetzen. Mit großen Augen ziehen wir an den wartenden Autos vorbei. Es dauerte nicht lange und eine ältere Frau stehlt sich vor mich auf. Sind sie der Chef hier? „Sehe ich so aus“ denke ich mir nur. Nein gute Frau, dieser Herr hier -Oberst Schreiber- ist hier der Chef. Sagen sie mal, sie wollen doch nicht vor uns auf die Fähre gehen, dann müssen wir ja noch länger warten oder sogar einen Umweg fahren. Gekonnt wie immer antwortete der Chief of the Haufen, Jute Frau, wenn alle Marschierer auf der Fähre sind, können sie gerne mit ihrem Auto mitfahre. Aber Vorrang haben die Soldaten. Ohne weitere Worte setzt sich die Frau wieder in ihr Auto. Problem gelöst. Die Fähre kommt. Kein Wunder, kann man sie doch mit bloßen Augen sehen. Fährzeit sind ca. 5 Minuten (inklusive An/Ablegen). Auf der anderen Seite erwartet uns die große Mittagspause. Die Funktioner haben sich wiederholt in die Vollen geworfen. Lob und Anerkennung. Nicht nur Aufbauende Worte für jeden gab es, leckeres Essen, sondern auch gekühltes Alkoholfreies Bier/Radler. Das letzte wurde von allen Marschteilnehmer dankend angenommen. Auch wenn es nicht so heiß ist wie gestern. Ist es doch köstlich erfrischend. Die Große Show sollte aber noch folgen. Schaulustige Zivilisten haben sich schon versammelt. Der große LKW (13,3 to) soll auch mit der Fähre übersetzen. Diese kann 16 to aufnehmen. Alle Absprachen mit dem Personal sind getroffen und langsam rollt der LKW auf die Fähre. Es schwappt etwas, aber schwimmt immer noch. Zack und schon ist der LKW auf der anderen Seite. Natürlich hat man noch ein paar Autos dazu gepackt, man will ja keine Verluste machen.

Mittag kaputt… Abmarsch bereit mache! Großes Aufbrechen ….

Mit gestärkten Schritten geht es Richtung EFKdo. Wieder mal an wunderschönen Grundstücken mit prächtigen Häusern. Hier liegt also das Geld des Ostens.
Am EFKdo werden wir schon an der Wache erwartet. Schwupp Bergauf geht es zum Wald der Erinnerung. Wer nicht weiß was dieses ist, kann es gerne mal bei Google suchen. Ein Besuch lohnt sich.

Am Ehrenmal angekommen warten dort schon die hohen Herren auf uns. Der stellv. Inspekteur der Bundeswehr General Laubenthal, General Schütt als Kommandeur des EFKdo, Sensburg und Kober vom Reservistenverband und natürlich Vertretern aller Glaubensrichtungen. Und noch viele mehr.
Nach einer kleinen PipiPause ging es im Gleichschritt zum Hauptehrenmal im Wald der Erinnerung. Hier standen schon drei Kränze aufgestellt für unsere gefallen Kameraden. Oberst Schreiber fand würdige und mahnende Worte für seine Ansprache. KEINER WIRD VERGESSEN! KEINER!
Ab hier werde ich nichts mehr schreiben… was dann passierte war für uns alle sehr emotional und gehört nicht hier hin.
Ich konnte noch die Gedenktafeln für meinen Kameraden (für welchen ich diesen Marsch mache) finden. ROMAN SCHMIDT GEFALLEN OKTOBER 2008 in Afghanistan.
Es war einfach sehr sehr bewegend im Wald der Erinnerung. Man kann sich bestimmt als Außenstehender dieses nicht vorstellen, aber…. Egal, kommt einfach mal hier hin und schaut mal was der Wald der Erinnerung mit Euch macht.

Nach einem zu kurzen Aufenthalt geht es auf den letzten Metern zum LKdo BB. Wo wir auch gestartet sind. Heute leider ohne Spalier stehenden Soldaten, aber dafür mit glücklichen Gesichtern laufen wir den Berg hoch in die Kaserne. Nicht lang schnacken, rein in den Bus. Diesmal hat der Busfahrer auch die Richtige Kaserne für uns angefahren. Und auch wie gestern stand heute wieder das Duell um die Dusche an.
Frisch geduscht warten wir nun auf das Abendessen und die Dinge, die noch kommen. Eins ist sicher, das heutige DAB geht auf die Kameraden im Wald der Erinnerung….

Tag 3 Marschtag, 32 km

Heute ist ein besonderer Tag. Gut, jeder Tag beim MzG 2022 ist besonders, aber heute….

Die ersten Anzeichen dazu gibt es beim Frühstück, aber spätestens beim Antreten ist es allem klar. Aber erstmal von vorne.
Der Abend gestern verlief wie bei den anderen Abenden. Abendessen unter freiem Himmel und danach ein gepflegtes DAB (wie gesagt auf die Kameraden im Wald der Erinnerung).
DAB was ist das, wurde gefragt. Dienstabschlußbier

Nach der Teileinheit (TE) Runde erfolgte in lockerer Runde die Befehlsausgabe durch den Zugführer an die Marschgruppen. Kurze Aussprache über das erlebte und dem zurückliegenden Tag rundeten die Befehlsausgabe ab. Nur noch kurz sitzt man bei lauter Rockmusik zusammen. Gute Rockmusik! Hier und da schwingt der ein oder andere Kopf mit. Aber die Teilnehmer sind ein wenig erschöpft und müde. Und so lichten sich die Reihen nach und nach. Bis nur noch die zuverlässigen Hände der Funktioner das Aufräumen übernehmen. Diese fleißigen Kameraden/innen sind das Rückgrat dieser Veranstaltung. Ohne diese fleißigen Bienchen würde hier noch nicht mal die Nase laufen. Da muss man einfach nur dankbar sein, dass es solche Leute gibt.
Diesmal waren die Busse pünktlich 07:00 zur Abfahrt zur Stelle. Aufsitzen und los geht die wilde Fahrt durch Brandenburg zum LKdo BB. Heute mal nur Startpunkt, da wir heute bis nach Berlin zur Blücher Kaserne marschieren.
Ungewöhnlich war schon, dass heute die Marschformation 118 vom Oberstleutnant (OTL) A.E. an Oberst Schreiber gemeldet wird. Auf Kommando kommt es aus alles Kehlen ein „Happy Birthday to you“ Song. Sichtlich gerührt bedankte sich Oberst Schreiber bei dem angetretenen Soldaten/innen. Ich bin sehr selten sprachlos, aber nun habt Ihr es geschafft, trägt er vor.
Luft geholt, Alltag an.

Kurze Ansage was der heutige Tag bringt und Organisations-Dinge.       Energie!

Leichten Fußes, wieder mit Feldjäger Begleitung, geht es aus der Kaserne Richtung Potsdam. Da wir nicht genug Fotos haben, wird heute wieder ein Fotostop am Schloss Sanssouci eingeplant und durchgeführt. Diesmal aber an einer anderen Stelle. Leider war der Flötenspieler von gestern nicht da. Dafür einige Touristen welche uns mit großen Augen zuschauten. Wie Profis, welche nichts anderes mehr machen, werden die verlangten Bilder geschossen. TipTop.
Getränke fassen und weiter geht es. Wieder geht es durch die Innenstadt von Potsdam und wieder raus in die Natur. Von Dorf zu Dorf, Stadt zu Stadt, von Verpflegungspunkt zum Verpflegungspunkt. Über Schotter, Asphalt oder Kopfsteinpflaster. Jeder Schritt schmerzt bei dem ein oder anderen. Aber auch heute, es wird gebissen. Jeder zieht durch, bis es wirklich nicht mehr gehen sollte. Keine bleibt zurück! Keiner!

Egal ob der Teilnehmer selbst oder der Kamerad welchen Namen wir über dem Herzen tragen. Jeder wird motiviert oder mitgezogen. Die Stimmung ist eh super. Nicht zuletzt durch die Passanten am Straßenrand oder in dem Auto. Noch mehr wie gestern, gibt es ein Dankeschön, Daumen hoch oder Applaus. Die winkenden Hände der Kinder werden immer mit Gummibärchen gedankt. Zur Auflockerung sorgte auch der D-Zug. Die Kameraden Fallschirmjäger stimmten Marschlieder an und feuerten die anderen Züge damit an. Schritt für Schritt geht es damit immer weiter. Ein Träumchen.

Ein weiteres heiteres Spiel der Züge ist es, jedem LKW-Fahrer dazu zubringen seine Hupen zu betätigen. Dieses wird mit einem großen Gegröle bejubelt. Manchmal ist es quasi Dauerhupen bis der LKW an allen vorbei ist. Die Autofahrer nehmen es gelassen hin.
Leider gab es auch einen negativen Kontakt mit einem Bürger. Der Beifahrer in einem vorbeifahrenden Auto bildete mit zwei Finger einen Hitler Bart und zeigte mit dem rechten Arm den Hitler Gruß. Das geht ja gar nicht!
Allein schon eine Beleidigung unser Teilnehmer und der Sache MzG2022 und der Bundeswehr. Was soll das? Was geht solchen Leuten einfach im Kopf vor? Eins sollte jedem klar sein! Soldaten stehen auf dem Fundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung und die Bundeswehr ist eine Parlament Armee! Wir.Dienen.Deutschland

Bitte keine Kommentare dazu, es würde nur ausufern. Punkt.

Kurze Schreckminute, aber schnell wieder vergessen. Dafür sorgen schon die kleinen Elfen und Zwerge vom Funktionerteam. Immer beim Einlauf in einem Versorgungspunkt stehen die Kameraden/innen Spalier für uns. Sie wollen uns damit Danken, weil wir für die „Sache“ des MzG2022 laufen. Eigentlich müssten wir ihnen Danken, für die unermüdliche Arbeit, welche sie für uns leisten. Immer gibt es frisches Obst und Getränke. Gleichzeitig werten sie die Truppenverpflegung mit Süßigkeiten, kalten KaffeeMixSorten, warmen Kaffee und natürlich aufbauenden Worten/Schlägen auf die Schulter. Wie sagt immer Oberst Schreiber es so schön, ich bin der Knuddeltyp. Da wird mal schnell ein Drücker als Anerkennung hier und da verteilt. Besonders heute zum Geburtstag.

Kilometer 22,5 km große Mittagspause.

Eine große Wiese an einer Gärtnerei wurde uns zu Verfügung gestellt und die Teilnehmer legen sich in das grüne Grass. Essen wird ausgegeben und Pause auf der Stelle wird ausgeführt. Stiefel werden ausgezogen und die Teilnehmer liegen erholt in der Sonne.
Wie bei jeder Pause läuft Musik aus leistungsstarken Lautsprechern. Bei der ersten Pause zB 90er, oder auch schon mal ACDC… natürlich auch mein ACDC Lied Zander Struck. 80er/ausgewählte 70er Hits werden untergemischt.

Aber was hier nun passiert und an Dynamik aufkommt, hat keiner gerechnet. Das Lied von Matthias Reim „Verdammt ich Lieb Dich“ läuft und die ersten Kameraden/innen stimmen mit ein. Die Stimmung steigt und schon folgt der Hit und Schlager der Flippers. Wir sagen Dankeschön für 40 Jahre…. ein Gegröle geht durch die Teilnehmer… selbst beim zwoten Abspielen stimmen alle mit ein… aber jede Pause geht mal zu Ende und so macht sich der Lindwurm von vier Zügen und Tross weiter auf Richtung Berlin. Es sind eh nur noch wenige Kilometer, welche uns von unserem Tagesziel trennen.
Aber auch heute mussten wir ein Zeitfenster einhalten und passten unser Tempo so an. Langsam wischen die Bäume wieder der typischen Bebauung hier. Die ehemalige Zonengrenze wird nun auch unser ständiger Begleiter sein. Viele der älteren Kameraden, aber eher die jüngeren Kameraden, lauschten den Ausführungen unseres Kameraden und Reservisten aus dem Bundeswehr Krankenhaus (BwK) Berlin Dr. D. Konnte er doch sehr viel aus der Vergangenheit der Stadtgeschichte beitragen und erläutern. Ein schönes „Nice to have“, würde man heute auf neudeutsch sagen. Weiter folgen wir zeitweise den Berliner Mauerweg.

Übergabe der Polizei vom Land Brandenburg an das Land Berlin erfolgte verzugslos.

Die letzten Meter liegen vor uns und schon konnten wir von weitem unsere Busse vor der Kaserne sehen. Wir biegen in die Kaserneneinfahrt ein. Wieder stehen unsere Funktioner Spalier, unterstützt durch Personal des Standortes der Blücher Kaserne. Nahtlos reihen wir uns in die Antrete Formation des Sanitätsregiment (SanRgt) 1 FüBer Berlin ein. Die Kommandeurin Oberfeldarzt Frau Dr. Heyde heißt uns willkommen und dankte uns für den persönlichen Einsatz für dem MzG2022. Es ist wichtig das wir keinen vergessen und uns immer an die Gefahren unseres Berufes erinnern. Der Tenor ist, wie soll es anders sein, KEINER WIRD VERGESSEN! KEINER BLEIBT ZURÜCK!

Oberst Schreiber bedankte sich für die Gastfreundschaft und die Unterstützung, welche schon seit 2018 besteht.
Nach einer kurzen bekannten PipiPause ging es wieder Richtung Heimat. Ja Heimat, wenn man schon mehr als drei Tage in einem Bett geschlafen hat, kann man es fast schon Heimat nennen.
Was soll ich Euch sagen, das Duell um die Duschen gibt es immer noch, aber man hat sich besser aufeinander eingestellt. Kameradschaft halt.
Pünktlich 19:00 Uhr müssen alle im Betreuungsbereich sein. Ü-Ei für Oberst Schreiber… aber psttttt nichts verraten!
Der Spieß eröffnet die Feier und erzählt die ein oder andere Anekdote über den Oberst. Zwei Geschenke werden durch das Funktionerpersonal überreicht. Einmal ein Stofftier in Form eines Maulwurfs, der mit einer typischen Manfred Schreiber Brille bestückt ist. Und eine Feuerschale mit den Inselumrissen von Usedom.

Auftrag an den Oberst, Aufbau des Feuerkorbes. In dieser Zeit gibt Freibier für alle.
Gekonnt baut er in kurzer Zeit alles zusammen. Trotzdem gibt es weiterhin Freibier auf die Kosten des Herrn Oberst. Danke schön Manfred, auf Dein Wohl.

Tag 4 Marschtag, 27 km
Berlin, Berlin wir marschieren nach Berlin

Das große Knuddelmonster hat gestern noch eine weitere Überraschung erhalten.
Als es langsam dämmerte, hatte der Spieß noch die wichtigste Geburtstagstorte aller Zeiten besorgt (und somit das Geschäft leer gekauft, arme Kinder). Die Benjamin Blümchen Törööö! Torte. Mit Kerzen bestückt treten die Funktioner aus dem Gebäude ins Freie. Spontan wurde ein Geburtstagslied von allen angestimmt.
Mit einem Lungenvolumen eines zwanzigjährigen, pustet das Geburtstagskind alle Kerzen aus. Im Hintergrund hatten die fleißigen Bienchen schon einen Beamer mit Leinwand aufgebaut. Frauenfußball Europameisterschaft – Deutschland gegen Frankreich.
Da heute die Anfahrt etwas länger ist, wurden alle Zeiten um 30 Minuten vorverlegt. 05:00 Uhr und der Ameisenhaufen erwacht zum Leben. Alle sind motiviert und strahlen über beide Backen. Oder Wangen.

Heute geht es nach Berlin rein. Ein wichtiger Tag. In jeder Hinsicht! Nicht nur das wir nun im Mittelpunkt der Hauptstadt stehen (alle Augen sind auf uns gerichtet- Touristen, Bürger, Politik und Presse), auch werden heute einige Angehörigen von gefallenen Kameraden zu uns stoßen. Es geht nicht nur darum der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, sondern klar ansprechen: Da sind Männer und Frauen für euch gestorben! Vergesst uns nicht!

Heute gilt es, nicht ich gehe heute nach Berlin, sondern ROMAN SCHMIDT, FschJgBtl 263, gefallen Oktober 2008.

Und so machen es heute weitere 115 Kameraden/innen.

Die Busse bringen uns heute zum Kommando Luftwaffe (KdoLw) am Rande von Berlin.
Aussteigen und erstmal schütteln. Weitere Befehle abwarten. Daher nutzen viele Kameraden die Möglichkeit schnell noch das WC aufzusuchen.

Flankiert von Generalleutnant Markus Laubenthal und Generalmajor Richard Frevel die Oberstleutnante d.R. Hans-Peter Limburg und Rene Zander

Vor dem Büro vom Inspekteur der Luftwaffe, Antrete Platz, bauen wir uns auf. Oberst Schreiber meldet an General Frevel. Klare Worte schallen über den Hof. Worte, die von Herzen kommen und nicht einfach nur leer sind. Der Herr General wird uns heute den ganzen Tag begleiten. Schnell hat er seinen Marschplatz im A-Zug, direkt hinter mir und neben Hans-Peter, eingenommen. Als Standortältester Bw von Köln ist er uns wohl bekannt. Nun müssen noch die übrigen Namen an die neuen Marschteilnehmer verteilt werden. Wieder Namen und ihre Schicksale.

08:15 Uhr geht es los!
Berlin ist schon im Berufsverkehr, aber die Polizei und Feldjäger machen gekonnt ihre Arbeit. Und die Berliner? Die nehmen es gelassen, können eh nichts machen.
Mit einem guten Schritt geht es durch die Berliner Vorstadt. Der Schritt ist etwas schneller, wie sonst, weil 1. wir in Übung sind, 2. wir Termine/Zeitvorgaben haben.
Auch heute wieder, die Bevölkerung zeigt uns ihre Begeisterung. Daumen hoch, Applaus, Winken, Klatschen und Autohupen. Berlin liebt uns!
Auf langen großen breiten Einfallstraßen geht es Richtung Stadtmitte- Bundestag/Brandenburger Tor. Je weiter wir in die Stadt kommen, umso mehr Touristen mischen sich mit den Anwohnern. Auch hier durchweg positive Reaktionen. Vielmehr sind sie in Schockstarre. Bundeswehr in Berlin… da aber mal schnell das Handy/Kamera raus.

Immer tiefer geht es nach Berlin rein. Die Kilometer fliegen einfach an einem vorbei. Alles geht heute so flüssig von der Hand bzw. Füße. Ku‘damm, Straße des 17. Juni und schon können wir die Siegessäule sehen. Was für ein Gefühl. Tja, wie will man das beschreiben? Großartig, einmalig oder man lässt es einfach auf sich einwirken.

Immer größer wird die Siegessäule vor uns, bis wir da sind. Kreisel rein und einmal 180 Grad rum.

Reporter Radio Andernach mit Rene Zander für ROMAN SCHMIDT GEFALLEN OKTOBER 2008

Die ganze Zeit werden wir von der Presse begleitet. Auch ein Reporter von „Radio Andernach“ ist dabei. Er gliedert sich bei uns im A-Zug ein und fängt, nach einer kleinen Vorstellung, direkt bei mir mit seiner Arbeit an. 2 Minuten Statement und fertig bin ich.

Wenige Minuten nach der Siegessäule biegen wir rechts in den Tierpark ab und machen nochmal eine kurze Pause. Ach Pause, unsere Mittagspause haben wir an einer FFK Wiese abgehalten. War jetzt auch nicht so schlimm, dass Essen blieb, drinnen.

OTL d.R. Rene Zander,OTL André Ewald, OTL d,R. Hans-Peter Limburg vor dem Reichstag

Die letzten Meter bis zum Bundestag liegen vor uns. Touristen bestaunen unseren Einmarsch auf der Wiese vor dem alten Reichstagsgebäude. Hier warten auch schon einige Angehörige (Eltern, Geschwister und Freund) von unseren gefallen Kameraden. Auch der Präsident des Reservistenverbandes, Oberst d.R. P. Sensburg, wartet hier schon auf uns.

Die Angehörigen suchen sich die Namensträger ihrer Lieben, welche sie verloren haben. Emotionale Begrüßungen, trotz der Fremde, und Dankesbezeigungen. Danke das Sie/ Du das für meinen Sohn/Tochter/Ehemann/Ehefrau/Kamerad/in… machst.

Bilder werden geschossen und schon muss es weiter gehen. Termine setzten und halten. Das BMVg lässt man nicht warten. Die Angehörigen werden in die Marschgruppen intrigiert und untergehakt. So geht es am Brandenburger Tor vorbei, bis zum Holocaust Denkmal. Wie es sich für gute Staatsbürger in Uniform gehört, legen wir eine Gedenkminute ein. Das wir dabei den ganzen Verkehr lahmlegen, ist egal!

Jetzt heißt es noch mal beißen. Manche sind schon am Limit, aber aufgeben gibt es einfach nicht.

Ein, Zwei Schlenker geht es links rein zum BMVg Berlin. Hier werden wir schon erwartet. Schattenplätze und kühle Getränke, WC und wie immer die aufbauenden Worte der Funktioner. Wir haben es geschafft, 118 Kilometer! JAAAAA Man fällt sich in die Arme und Gratuliert sich gegenseitig. Zeitlich eine Punktlandung. Frisch machen und dann kommt der anstrengende Teil.
Einmarsch in den Bendlerblock des BMVg. WachBtl ist natürlich auch mit einer kleinen Abordnung dabei. Die Staatssekretärin im BMVg Dr. Margaretha Sudhoff, Oberst d.R. Sensburg und der katholische Militär Bischof halten eine „kurze“ Rede (bzw. ein Gebet). Leider können einige Kameraden es nicht mehr auf den Beinen halten.
Nach 118 Kilometern noch 30 Minuten in einer Antrete Formation fordern Opfern. Aber alle schaffen den Absprung, bevor sie einfach platt nach vorne gefallen wären. Unsere qualifizierten Sanitätskräfte sind gut aufgestellt und daher ist die Lage schnell im Griff. Jetzt muss man auch sagen, bei dem ein oder anderen lag es nicht am Marsch, sondern an den Emotionen oder Erinnerung an ihren jeweiligen Einsatz. Trotzdem standen wir alle wie eine geschlossene Wand!

Staatssekretärin im BMVg Dr. Margaretha Sudhoff, Oberst d.R. Sensburg am Ehrenmal

OTL d.R. Hans-Peter Limburg, O d.R. Prof. Dr. Patrick Sensburg, OTL d.R. Rene Zander
Die Anordnung der Stanzungen orientiert
sich an den Abstandsmarken des Morse
alphabets und zitiert den Gelöbnistext der
grundwehrdienstleistenden Wehrpflich
tigen und Freiwillig Wehrdienst leistenden
Soldaten, den Eid der Zeit und Berufs
soldaten und den Amtseid der Wehrver
waltung.

Kranzniederlegung und schon folgte das Gruppenbild am Ehrenmal der Bundeswehr. Natürlich durften zuerst die Angehörigen in das Ehrenmal, um an ihre Lieben zu denken oder zu ehren. Für alle anderen wartete ein kleiner Imbiss, welcher Dankend angenommen wurde.
Nach meiner Grillwurst und Bier werfe ich einen Blick Richtung Ehrenmal. Oh alles frei. Also mache ich mich auf dorthin. Am Eingang wurden für die Besucher weiße Rosen aufgestellt. Ich schnappe mir eine und WIR (Roman Schmidt und ich) treten in das Ehrenmal ein.

(….)
Ich komme alleine raus.

Danach setzte ich mich einfach unter einen der vielen Bäume und fange schon mal diese Zeilen zu schreiben. Hans-Peter kommt nach einiger Zeit zu mir, um mich abzuholen. Es geht zurück nach Lehnin. Unbemerkt von mir sind schon die Busse angekommen. Aufsitzen!

Stunde Fahrt bis zur Heimat. Erste Befehle für später kommen an. Körperpflege (inklusive Dusch Duell) und leichten Bieranzug anziehen (kurze Hose, Holzgewehr).
19:00 Uhr Abendessen und Abschiedsfeier. Oh ja, das Ende vom MzG 2022 ist in kürze erreicht. Einige reisen sogar heute schon ab. Mal sehen was der Abend noch bringt…

Tag 5 Abreisetag
Gestern wurde es für den ein oder anderen später, oder doch eher früh.

20:00 Uhr das erste Grillgut liegt schon auf dem Grill. Aber erst wird noch ein offizieller Teil durchgeführt. Oberst Schreiber sprach allen Teilnehmern nochmals seinen Dank aus. Besondere Worte des Dankes fand er für alle Funktioner. Nun werden alle Kameraden einzeln aufgerufen und bekommen eine Dankesurkunde und einen Coin.
Jeder wird mit Klatschen, manch einer mit zusätzlichen anerkennenden Gegröle, nach vorne gerufen.

Das letzte Wort hat der Spieß mit Organisations-Dingen.
So zieht sich die Zeit, wo das erste Grillgut schon schwarz wurde. Nun ist es aber so weit, Essen fassen!
Ein gelungener Abschlussabend.

Freitag – letzter Tag

Im Speisesaal sind nur wenige Kameraden anwesend. Man hört so einige Geschichten was so noch passiert ist. Die Laune ist bestens, da es nach Hause geht. Aber zuerst steht da noch der Spieß. Abgabe Bettwäsche, Stuben und Revierreinigen (ja auch für Stabsoffiziere (Stoffz)) und natürlich der Papierkram.
Um 08:00 Uhr Stubendurchgang durch den Spieß. In der Stube von Hans-Peter und mir prüft er alles sehr genau. Wann kann er schonmal eine Stube von StOffz abnehmen.
Puhhh, Glück gehabt. Alles OK.

Jetzt kommt der große Abschied, alle fallen sich in die Arme. In alle vier Himmelsrichtungen ziehen wir aus. Für mich stehen 6 Stunden Autofahrt auf dem Plan. Packen wir es an…

Fazit:
Was für eine Veranstaltung!

Ich kann kaum Worte finden, außer DANKESCHÖN an alle beteiligten Funktioner. Ohne Euch wäre es nicht so super geworden.
Was hat es mir gebracht/gezeigt, außer dem sportlichen Wandern.

Da ich nie in einem Einsatz war, kann ich nicht mit den Kameraden mithalten bzw. mitreden. Die gefallenen Kameraden sind mir immer schon bewusst gewesen, durch mein Beorderungstruppenteil und durch andere Berührungspunkte mit der Bundeswehr.
Durch den MzG2022 ist es mir aber bewusster geworden und hat mich auch etwas getroffen.

Was aber nicht nur für mich gelten sollte, sondern für alle Bürger:
Unsere Gefallenen, wir werden euch nicht vergessen! Keiner bleibt zurück!

Die Pressemeldung des Verbandes zum „Marsch zum Gedenken 2022“

Bericht des Verbandes.

Das Ehrenmal der Bundeswehr

Gedenkfeier – Kranzniederlegung

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