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Landesgruppe Nordrhein-Westfalen

„Keine Gefangenen heute Nacht”




Bildautor: Peter Weyers

„No prisoners tonight – keine Gefangenen heute Nacht.” Nach dem Briefing durch US-Colonel Wolverton steigen acht deutsche und zwei belgische Reservisten mit mulmigem Gefühl in die bereits wartende Douglas C-47 der US-Airforce. Kaum haben sie sich auf den harten Bänken angeschnallt, dröhnen die Motoren und die Maschine hebt ab. Durch die Fenster kann man erkennen, dass ein ganzes Geschwader losfliegt – von Südengland über den Kanal Richtung Normandie. Es ist die Nacht zum 6. Juni 1944, dem D-Day, an dem die Invasion der Alliierten beginnt. Die Reservisten sehen durch die Wolkenfetzen eine Armada von Kriegsschiffen unter sich im Meer und hunderte von Flugzeugen links und rechts. Plötzlich, gleißendes Licht von Flak-Scheinwerfern und ohrenbetäubendes Knallen und Zischen. Zwei Flugzeuge werden getroffen und fallen in einem Feuerball nach unten. Auch unsere Maschine bebt und torkelt durch die Wucht der Einschüsse und fängt Feuer, kann aber letztendlich auf französischem Boden notlanden.

Dieser Simulationsflug im Museum D-Day Experience war einer der Höhepunkte des Wochenendprogramms der Kameraden der Marsch- und Arbeitsgruppe Nordrhein-Westfalen/Hessen. Sie waren 12 Tage für den Volksbund Kriegsgräberfürsorge im Einsatz in der Normandie. Außerdem besuchten sie unter anderem mehrere Widerstandnester der Wehrmacht an den Landungsstränden Utah- und Omaha-Beach, die deutschen Kriegsgräberstätten Orglandes und La Cambe und den eindrucksvollen amerikanischen Soldatenfriedhof Colleville-sur-Mer.

An mehreren Abenden referierte der Leitende, Oberstleutnant der Reserve Peter Weyers, in der recht luxuriösen Unterkunft in Saint-Sauveur-Lendelin über den geschichtlichen Hintergrund der Invasion der Alliierten in der Normandie.

Eingesetzt waren die Reservisten eine Woche nach den Veranstaltungen zum 75. Jubiläum des D-Days auf dem deutschen Soldatenfriedhof Marigny, westlich von Saint-Lô, wo ein Feld mit 360 Grabplatten neugestaltet werden sollte. Tatkräftig unterstützt wurde die Gruppe von zwei belgischen Reservisten mit Französischkenntnissen. Die fast im Rasen versunkenen kleinen Sandsteinkreuze mit den Namen und Daten von einem oder zwei Gefallenen mussten ausgegraben und für jedes ein 40 x 40 cm großes Rasenstück zehn Zentimeter tief ausgestochen werden. Die viereckigen Löcher wurden mit Vlies und Granulat gefüllt und mit einer Betonplatte von 40 x 40 cm ebenerdig geschlossen. Zum Schluss mussten die gereinigten Sandsteinkreuze mittig auf die Betonplatte geklebt werden. Von den drei französischen Friedhofsgärtnern waren die Arbeiten vortrefflich vorbereitet worden.

Obwohl es an drei Tagen regnete und viele der ausgehobenen Löcher voll Wasser liefen, wurden alle Grabplatten am letzten Tag fertig. Neben der eigenen Gedenkfeier für die Gefallenen, nahmen die Reservisten am Kameradengrab auch an der Zeremonie einer englischen Gruppe teil, die mit eigener Musikkapelle inklusive Dudelsackspieler anreiste und das Lied vom Guten Kameraden in einer englischen Übersetzung vortrug.

 

 

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