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Ganz neue Erfahrungen konnte die Reservisten-Arbeitsgruppe NRW/Hessen auf ihrem mittlerweile neunten Einsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sammeln, der sie vom 28. April bis zum 9. Mai 2014 auf den deutschen Soldatenfriedhof in Langemark/Flandern führte.
 
Wegen des anstehenden 100. Jahrestages des Kriegsbeginns ergoss sich täglich eine wahre Besucherflut auf die Kriegsgräberstätte, zumeist aus Belgien, Großbritannien und den Niederlanden. Viele der durchschnittlich 300 Besucher pro Tag nutzten die Gelegenheit, mit den deutschen Reservisten in Kontakt zu treten, und nicht wenige bedankten sich per Handschlag für die geleistete Arbeit – ganz im Sinne des Leitspruchs des Volksbunds „Versöhnung über den Gräbern“. Ganz nebenbei fanden dabei 230,96 Euro und ein paar englische Pfund für die Kriegsgräberfürsorge in die Sammelbüchse.
 
In 678 Gemeinden in Flandern befanden sich nach dem ersten Weltkrieg Gräber deutscher Gefallener. In den Fünfzigerjahren erfolgte die Zusammenlegung aller deutschen Toten des ersten Weltkrieges in Flandern auf den vier großen Sammelfriedhöfen Langemark, Hooglede, Menen und Vladslo.

In Langemark sind nun mehr als 44.330 Gefallene bestattet. Jedes Jahr kommen 10 – 20 Gebeine dazu, die man in der Umgebung bei Bauarbeiten noch findet.
   
Bronzetafeln am Kameradengrab wurden von der Arbeitsgruppe gründlich gereinigt, ebenso wie das Eingangsgebäude, die Gedenksteine der Traditions-vereine, die Skulpturengruppe, Torgitter, Wasserablaufrinnen, Wege, Fenster des Gärtnerhauses und zahlreiche Grabplatten. Die Hauptaufgabe bestand aber im Nachweißen der Buchstaben auf den Platten des Gräberfeldes auf der Friedhofsterrasse, wozu viel Fingerspitzengefühl nötig war.

In der Freizeit besuchten die Reservisten unter der Leitung des stellvertretenden Landesvorsitzenden NRW, Oberstleutnant d. R. Peter Weyers, die deutschen Soldatenfriedhöfe in Menen, wo sie über dem steinernen Kreuz an der Kapelle eine Schutzabdeckung anbrachten, und Vladslo. Auf beiden Gräberstätten war die Gruppe in den Vorjahren schon je zweimal eingesetzt.
Außerdem nahmen sie zweimal in Uniform an der täglich stattfindenden Gedenkzeremonie Last Post am Menentor in Ypern teil und ein drittes Mal am 8. Mai im Rahmen einer Parade anlässlich des „Bevrijdingsdags“, zusammen mit Ehrengästen, Fahnenabordnungen und einer großen Musikkapelle. Auch dabei erhielten die Deutschen vom Publikum spontan Applaus und Dankesbekundigungen.

Fotos und Text: Weyers
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