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Kreisgruppe Bergisch-Gladbach

100 Jahre „Schlacht von Bellewaerde“




In Deutschland sind die Kämpfe des Ersten Weltkrieges entlang der Yser und um den Ypern-Bogen wenig bekannt. Man hat zwar einmal von den „Flandern-Schlachten“ gehört, aber was verbirgt sich dahinter?

Mit dem deutschen Angriff durch das neutrale Belgien sollten die französischen Truppen entlang der
deutsch-französischen Grenze umgangen werden und die Häfen an der Kanalküste vor den Engländern
eingenommen werden.
In Nieuwpoort öffnete jedoch im Oktober 1914 der Schleusenwärter bei Flut der Nordsee die Schleusen und schloss sie wieder bei Ebbe. Das Wasser strömte die Yser hinauf. Belgische Pioniere sprengten die Deiche der Yser und das Poldergebiet beidseits des Flusses wurde überflutet und in eine Schlammwüste verwandelt.
Der deutsche Vormarsch zu den westfranzösischen Kanalhäfen kam hier zum Erliegen.
Der deutsche Angriff konzentrierte sich nun weiter südlich auf das Höhengelände bei Ypern.
Doch Ypern wurde durch inzwischen eingetroffene britische Truppen hartnäckig verteidigt.
Entlang der Yser und um die Höhen rund um Ypern entwickelte sich der Stellungskrieg.

Oberstleutnant d.R. Peter Weyers hatte eine Einladung erhalten, an der Einweihung eines Monumentes anlässlich
der 100-Jahr-Gedenkfeier der Schlacht von Bellewaerde teilzunehmen.
Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen genehmigte, aufgrund des Erlasses zur Unterstützung von 100-Jahr Gedenkveranstaltungen, eine „Dienstliche Veranstaltung“.

11 Reservisten, darunter 4 Kameraden aus der Kreisgruppe Bergisch Gladbach begleiteten den stellvertretenden Landesvorsitzenden.
Unterkunft gab es in der Kaserne des belgischen Logistik-Regiments „Mat & Prod“ in Ypern.
In den vier Tagen wurde ein umfangreiches Veranstaltungs- und Besichtigungsprogramm durchgeführt.

Am Sonntag fuhr die Gruppe mit zwei Kleinbussen von Köln-Wahn nach Ypern.
Nachmittags hielten OTL Weyers und der belgische Historiker Johan Ryheul Vorträge zum geschichtlichen Hintergrund der Kämpfe in Flandern während des Weltkrieges.
Für die Reservisten galt es, die Geschichte der Flandernschlachten zu entdecken.
Dazu erfolgte am Montag zunächst der Besuch des größten englischen Soldatenfriedhofes Tyne Cot und ein Besuch des Paschendaele-Museums in Zonnebeke.
Nachmittags wurde das Grabensystem der Stellung „Bayernwald“ erkundet.

Abends, um 20.00 Uhr, nahmen die Reservisten an der allabendlichen Last Post teil.
Seit 1927 findet täglich zu Ehren der gefallenen Soldaten des britischen Empires die Last Post (Zapfenstreich) unter dem Menentor in Ypern statt. Dabei sind immer 300 – 500 Besucher anwesend. Einzelne Abordnungen von Schulklassen, Veteranen oder aktiven Soldaten legen Kränze nieder. Oft bringen die Gruppen auch ihre Musikbegleitung mit.
Am Montag wurde die Zeremonie durch einen Dudelsackspieler begleitet.
Unsere Reservisten legten auch ein Blumenbouquet nieder.

Unter Leitung von Johan Ryheul besichtigten die Reservisten am Vormittag des 16.06.2015 das Schlachtfeld von Bellewaerde.
Der Höhenzug „Bellewaerde Ridge“ wurde von 5 schottischen Regimentern am 16.06.1915 angegriffen, um die Deutschern von der Höhe zu vertreiben, die Einblick bis nach Ypern ermöglichte. Doch der Angriff wurde abgewehrt und die Regimenter erlitten große Verluste.
Am Mittag erfolgte an dem Monument des Liverpool-Scottish Regimentes an der Bellewaerde Farm, eine Gedenkfeier anlässlich des 100. Jahrestages dieser Schlacht. Das neu restaurierte Monument wurde wieder enthüllt.
Ca. 300 Teilnehmer, darunter 40 Angehörige und Veteranen des Regimentes, 10 Dudelsack-spieler, der Bürgermeister von Ypern und ein englischer Pfarrer führten die Zeremonie durch. Der Bürgermeister und weitere Anwesenden legten Kränze nieder.

Die Schotten luden die deutschen Reservisten abends erneut zu der Last Post nach Ypern ein. Gemeinsam traf man sich am Stadtwall und marschierte unter Dudelsackklängen zum Menentor. Dort traten die beiden Delegationen an und gedachten den 54.000 vermissten Soldaten des britischen Empires, die auf den Mauern des Menentores eingraviert sind. Nach der Last Post erfolgte die gemeinsame Parade zum Marktplatz und der Tuchhalle von Ypern. Dort wurden gegenseitig Fotos gemacht. Und natürlich durfte ein Glas schottischer Whiskey nicht fehlen.

Am nächsten Tag, auf der Heimfahrt, besuchten die Reservisten aus Nordrhein Westfalen noch den Yserturm in Diksmuide und den deutschen Soldatenfriedhof in Vladslo.

Eine informative und eindrucksvolle Fahrt ging zu Ende.

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Peter Weyers

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