DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

Reservistenkameradschaft Hesborn

Sicherheitspolitische Arbeit

Militärhistorische Exkursion in Oberhessen – Kellerwald




Das Sondermunitionslager Treysa © Bernd Lindenthal

Das Sondermunitionslager Treysa, während der Betriebszeit Sondermunitionslager Rörshain genannt, war eines der von US-amerikanischen Einheiten im inneren Bereich bewachten und gewarteten Depots für Atomsprengköpfe auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Es bestand von 1962 bis 1992 und befand sich in der Nähe der nordhessischen Stadt Schwalmstadt im Schwalm-Eder-Kreis.

In Sondermunitionslagern (englisch Special Ammunition Storage, SAS) wurden Atomsprengköpfe aufbewahrt, die im Falle eines – auch begrenzten – Atomkriegs im Rahmen der Nuklearen Teilhabe für die atomare Ausrüstung von Trägersystemen (Flugzeuge, Raketen, Geschütze etc.) der Bundeswehr vorgesehen waren. Die Lager waren so angelegt, dass der „innere Sperrbereich“ von amerikanischen Soldaten der jeweils zuständigen Einheit bewacht wurde und Zugang nur in Begleitung von mindestens zwei amerikanischen Soldaten erlaubt war, während der „äußere Sperrbereich“ von Einheiten der sogenannten „Host Nation“ („gastgebenden Nation“) bewacht wurde, in Treysa also von Soldaten der Bundeswehr.

Das Sondermunitionslager Treysa befand sich etwa 4 km nordöstlich von Treysa, östlich des Standortübungsplatzes. Dort wurde die für die 2. Panzergrenadierdivision vorgesehene atomare Munition gelagert. Diese Munition war vornehmlich für das Artillerieregiment 2, d. h. das Feldartilleriebataillon 21 (FeldArtBtl 21) bzw. Panzerartilleriebataillon 21 (PzArtBtl 21) und das Raketenartilleriebataillon 22 (RakArtBtl 22), beide in Treysa stationiert, bestimmt. Das PzArtBtl 21 hatte eine Batterie atomwaffenfähiger Haubitzen M110 vom Kaliber 203 mm. Das RakArtBtl 22 verfügte ab 1960 über sechs, später nur noch vier Abschussrampen für die Kurzstreckenrakete „Honest John“. Auch das Panzerartilleriebataillon 65 der Panzerbrigade 6 in Mengeringhausen hatte ab 1972 atomwaffenfähige Panzerhaubitzen M 109 vom Kaliber 155 mm, deren Atomgeschosse ebenfalls in Treysa gelagert wurden.

Bei der in Treysa gelagerten Sondermunition handelte es sich um:

• Gefechtsköpfe für die taktische Kurzstreckenrakete „MGR-1 Honest John“ (bis 1980);

• Artilleriegeschosse Kaliber 203 mm für die schweren Haubitzen M 110 der Divisionsartillerie (ab 1960 atomar);

• Artilleriegeschosse Kaliber 155 mm für die Panzerhaubitzen M 109 der Divisionsartillerie (ab 1972).

Bewacht wurde das Lager anfangs von der 4. Batterie des RakArtBtl 22, aus der später die Begleitbatterie 2 gebildet wurde und die auch den Transport der Gefechtsmunition sicherte und vom 7th U.S. Army Field Artillerie Detachment (7th USAFAD) der US Army. Beide Einheiten waren, wie auch das PzArtBtl 21 und das RakArtBtl 22, in der Harthberg-Kaserne in Treysa stationiert. Das 7th USAFAD war im Dezember 1961 in Fort Sill, Oklahoma, als 7th U.S. Army Missile Detachment aufgestellt worden und wurde nach Abschluss der Ausbildung im Mai 1962 nach Deutschland geschickt. Dort gehörte es zunächst zur 512th U.S. Army Artillery Group, ab Juni 1966 zur 557th U.S. Army Artillery Group. Es bestand aus vier Offizieren und bis zu 38 Unteroffizieren und Mannschaften. Die Einheit wurde im Juni 1992 aufgelöst.

Führung Sondermunitionslager und Besuch des Traditionsverbandes der Schwälmer Artillerie 1992 e.V.

Für die Reservistenkameradschaft Hesborn besteht die Möglichkeit im Rahmen einer Militärhistorischen Exkursion dieses Sondermunitonslager zu besichtigen. Unter fachkundiger Führung ehemaliger Soldaten der Bundeswehr, wird dieses Relikt aus dem „Kalten Krieg“ näher erläutert und beschrieben. Die Führung wird im Jahr 2023 durchgeführt. Der Vorstand hofft, das möglichst viele Mitglieder für diese Exkursion begeistert werden können und bittet darum das die Kameraden die Interesse zeigen sich beim 1. Vorsitzenden Marco Eitzenhöfer melden unter der Telefonnummer 01511 2263450. Die Führung wird nur durchgeführt, wenn sich mindestens 15-20 Kameraden beteiligen. Erst wenn genügend Teilnehmer ihr Interesse bekundet haben wird der Termin festgelegt. Die Führung wird an einem Wochenende durchgeführt und beinhaltet auch einen Besuch des Traditionsverbandes der Schwälmer Artillerie, die in der ehemaligen Harthbergkaserne im damaligen US Gebäude in verschiedenen Räumen den Nachlass der aufgelösten Bundeswehreinheiten pflegen und somit der Nachwelt erhalten.

 

 

Verwandte Artikel

RK Jahreshauptversammlung mit Wahle

Am 16.01.2023 fand die Jahreshauptversammlung der RK Winsen/Aller mit Wahlen statt. Neue Kassenwartin der RK wurde Frau Marianne Beckmann, neuer...

05.02.2023 Von Marianne Beckmann

Familientag RK Winsen Aller

Am 03.09.2023 fand der Familientag der RK Winsen Aller statt. Es waren wieder ein paar schöne Stunden, woran rund 20...

05.02.2023 Von Marianne Beckmann

Karfreitagsmarsch

Auch in diesem Jahr veranstaltet die RK Merbeck wieder den mittlerweile über die Grenzen hinaus bekannten Karfreitagsmarsch – heuer am...

05.02.2023 Von Günter Güttes