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36. IMM am Schloß Rheydt




INTERNATIONALE MILITÄRMEISTERSCHAFT MÖNCHENGLADBACH

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Von Pfauen, Pistolen und Pokalen ­– über einen Militärwettkampf im Wasserschloss

Von Christian Behrens

Zum ersten Mal fand der Internationale Mönchengladbacher Militärwettkampf (IMM) im und um das Schloss Rheydt statt. Teilnehmer aus der ganzen Welt kämpften hier um Pokale; die Bundeswehr und ihre Partner präsentierten sich mit Musik und Info-Ständen.

Sechs Uhr früh: Noch liegen die meisten Mönchengladbacher an diesem Samstag in ihren Betten. Die italienischen Fallschirmjäger Enrico Moretti und Richard Cosliani hingegen bauen auf der Bezirkssportanlage Geneicken einen Campinggasbrenner mit Espressokocher auf. Gleich werden sie beim IMM starten, hätten aber schon vorher einen Pokal für Tapferkeit verdient: 22 Stunden haben sie am Vortag mit dem Auto von der Adria bis zum Niederrhein gebraucht. „Ohne original italienischen Espresso können wir unmöglich Topleistungen bringen“, scherzt Moretti.

38 Mannschaften aus zehn Nationen treten diesmal rund um das Schloss Rheydt an, sogar aus Kansas in den USA und Asien kommen sie. „Uns geht es um das Brückenbauen über die Grenzen“, erläutert Markus Stops das Ziel des IMM. Der Oberleutnant der Reserve und Leitende des Wettbewerbs ist einer der ehrenamtlichen Reservisten, die als Mitglieder der Kreisgruppe Niederrhein im VdRBw, in ihrer Freizeit den IMM vorbereiten und durchführen.

„Es freut uns, dass so viele Teams unserer Einladung gefolgt sind“, betont der Kommandeur des Landeskommandos (LKdo) Nordrhein-Westfalen, Brigadegeneral Torsten Gersdorf, bei der Eröffnung im Rittersaal. Das verleitet Bürgermeister Ulrich Elsen zu dem Gedankenspiel, wie denn wohl der damalige Schlossherr Otto von Bylandt reagiert hätte, wenn er mit so vielen ausländischen Soldaten konfrontiert worden wäre. Elsen: „Vermutlich hätte er seine Arkebuse gespannt.“ Statt mit einer solchen mittelalterlichen Büchse schießen die 152 Wettkämpfer beim Biathlon auf der Schlosswiese mit Laser-Pistolen auf elektronische Zielscheiben – umweltfreundlich und garantiert ungefährlich.

Schlauchbootfahren, Retten, Kleiderschwimmen und Uniformkunde sind nur einige der Stationen des diesjährigen IMM. Vor dem baumhohen Kletterturm steht am Vormittag ein Team der besonderen Art: eine Familie in Uniform. „Ich bin heute mit meiner Tochter und zwei Schwiegersöhnen hier“, erläutert Oberst der Reserve Christian Jonnas. Zwei im Familienteam sind Reservisten und zwei aktive Soldaten. Lautstark feuern die Kinder Ihren Vater an, als er sich wenig später den Turm hochhangelt.

Eine Mischung aus Zahnpasta und grüner Farbe bereitet an der Dekontaminationsstation des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Probleme. Das Zeug klebt an Gummistiefeln und an einer Puppe in einem Plastikzelt. Es simuliert einen chemischen Kampfstoff. Zwei britische Soldaten versuchen, mit den Händen in klobigen Gummihandschuhen, die grüne Paste von der Puppe abzuwaschen. Zwei andere stecken in den kontaminierten Gummistiefeln und bemühen sich, mit Wasser und Schwämmen die Farbe wegzubekommen. Eine schweißtreibende Aktion in der prallen Sonne. Da sorgt die Station „Kleider-Hindernis-Schwimmen“ im nahen Freibad für eine erfrischende Abkühlung.

„Das Experiment war erfolgreich“, stellt General Gersdorf am Ende eines arbeitsreichen Tages fest. Erstmals fand der älteste regelmäßig durchgeführte Militärwettkampf in Europa an attraktiver Stelle im und um das historische Wasserschloss Rheydt statt und sollte auch der Bevölkerung eine attraktive und leistungsfähige Bundeswehr „zum Anfassen“ präsentieren. Die Anlage aus der Renaissance und das Naherholungsgebiet Bungtwald erwiesen sich als hervorragend geeignet für diese Idee; es hätten allerdings einige Zuschauer mehr sein können. „Das muss sich offenbar erst herumsprechen“, meinte der Kommandeur.

Am Rahmenprogramm, das das Landeskommando zusammengestellt hatte, liegt es nicht: Im Innenhof des Wasserschlosses präsentieren sich die Bundeswehr und ihre Partner – stets neugierig beäugt von den 22 prächtigen Pfauen, die in der Anlage leben – mit Info-Ständen und Aufgaben zum Mitmachen wie einem weiteren Kletterturm oder einem sicherheitspolitischen Quiz. Für die schwungvolle musikalische Unterhaltung sorgt auf der Bühne der Reservistenmusikzug Rheinland, die Kreisgruppe Köln begeistert mit ihrer historischen Bundeswehruniformen-Schau. Das BKK gibt kostenlose Vorsorge-Tipps und Hinweise für das sinnvolle Verhalten im Katastrophenfall. Und am Mittag wird am Turnierplatz die legendäre Bundeswehr-Erbsensuppe ausgeschenkt – gegen eine Spende zugunsten der örtlichen Kinderpalliativstation „Insel Tobi“ und des Bundeswehr-Sozialwerks.

„Militärwettkampf ist, wenn hunderte Soldaten um Pokale kämpfen und am Ende die RK Marbach gewinnt“ – so könnte in Abwandlung des alten Fußballer-Scherzes die Siegerliste beschrieben werden: Die vier topfitten Reservisten aus Hessen nehmen als Gesamtsieger erneut den Ehrenteller von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Empfang. Platz zwei und drei belegen Polizei-Teams aus Münster und Köln. Die beste ausländische Gruppe kommt aus Dänemark. Die Wertung „Bundeswehr aktiv“ entscheidet das Objektschutzregiment der Luftwaffe für sich. Der Wettkampfkader Nordrhein-Westfalen erkämpft hinter den Marbachern Platz zwei in der Reservisten-Wertung, den dritten Platz holt das KVK Heinsberg des LKdo. Die beste gemischte Gruppe von Soldatinnen und Soldaten kommt von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr aus Hamburg.

Die abendliche Siegerehrung führt der Vorsitzende der Kreisgruppe Niederrhein, Oberstleutnant d.R. Peter Müller, auf der Turnierwiese im Schloss durch. Zu Beginn überreicht er dem Ehrenvorsitzenden Oberst d.R. Helmut Michelis eine große Ehrentafel mit Wurfaxt, dem Wappen des IMM. Eine solche Waffe der Franken war 1954 beim Bau des NATO-HQ in Mönchengladbach-Rheindahlen gefunden worden. Michelis, der 1984 die Idee zum IMM hatte, beendet mit Erreichen des 65. Lebensjahres zwangsweise jetzt sein langes Bundeswehr-Engagement.

Zu den Ehrengästen gehören unter anderem der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Prof. Dr. Günter Krings, die Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel und der Landtagsabgeordnete Frank Boss sowie auf militärischer Seite Generalmajor Gunter Schneider, der Vizepräsident des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln. Auch der Präsident des BBK, Christoph Unger, ist nach Mönchengladbach gekommen.

Der Dank des IMM-Leitenden Oberleutnant d.R. Stops und des Projektoffiziers des LKdo, Oberstleutnant Frank Böllhoff, gilt den langjährigen zivilen Partnern, ohne die der Wettkampf in dieser Form nicht denkbar wäre: der Stadt Mönchengladbach, dem Technischen Hilfswerk, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfall Hilfe.

Text Christian Behrens, Bilder (Rolf Patzke, Lydia Peters, Ulrich Pilters, Lkdo NW)

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