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Reservistenkameradschaft Nümbrecht

Kurt Salterberg der Letzte Zeuge




Kurt Salterberg berichtet, der Letzte Zeuge vom Attentat auf Adolf Hitler

Rund 50 Personen folgten der Einladung der Reservistenkameradschaft (RK) Nümbrecht ins Park-Hotel Nümbrecht.

Um den letzten Augenzeugen Kurt Salterberg zu sehen und zu hören.

Vom Attentat durch Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20 Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze.

Der Vortrag fand am Freitag den 22. September 2017 als Sicherheitspolitische Veranstaltung der RK Nümbrecht statt, im Rahmen der monatlichen Zusammenkunft der Bundeswehr Reservisten.

Dort war keine SS

Der 94-jährige Salterberg berichtete eindrucksvoll ca. 2,5 Stunden wie er über die Hitlerjugend und den Reichsarbeitsdienst zur Wehrmacht kam, und im Oktober 1943 von der Ostfront abgeordnet wurde zum Führerbegleitbataillon, besonders Wert legte Salterberg dabei darauf das er keiner SS Einheit angehörte, dort waren nur Wehrmachtssoldaten – dort war keine SS“, entgegen der Falschinformationen, die durch Filme wie zum Beispiel den Spielfilm Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat transportiert würden, im Übrigen sei der Spielfilm der größte Schwachsinn gewesen den er je gesehen habe, der Film hatte mit der Realität nichts zu tun.

Ich will die Wahrheit über die Geschehnisse erzählen so wie es war, wie ich es erlebt habe.

Weiter berichtete Salterberg dass er als Wachsoldat mit Hitler Persönlich Kontakt hatte, und er Hitler nur einmal völlig aufgeregt eine Meldung geben musste, und danach nie wieder, immer wenn Hitler kam und ich völlig aufgeregt eine Meldung machen wollte winkte Hitler schon im Vorfeld ab.

Auch berichtete Salterberg das Hitler sich Persönlich für die einfachen Soldaten einsetzte, so habe er Hitler einmal erzählt das es kaum Marketenderware gab oder Kameraden durch die zu vielen und kurzen hintereinander folgenden Probealarme kaum noch schlaf fanden. Danach wurden die Probealarme auf ein erträgliches Maß zurückgefahren und Marketenderware gab es reichlich.

Ich habe alle passieren lassen plötzlich eine Detonation

Über das Attentat berichtete Salterberg dass er an diesem 20. Juli 1944 einen sehr warmen Tag, einen seiner 3 Stunden langen Wachdienste ausübte, wobei es während seinem Dienst eine Lagebesprechung gab, aber nicht im Bunker, sondern in einer Lagerbaracke aus Holz, wegen der Hitze standen die Fenster und Türen offen.

Als sich eine Gruppe Offiziere angeführt von Generalfeldmarschall Keitel seinem Kontrollpunk näherte fiel ihm in dieser Gruppe ein Offizier besonders dadurch auf das er eine Augenklappe trug, es war Staufenberg. Da es einen Befehl gab das keine Person die in Begleitung von Keitel war zu kontrollieren sei, habe ich alle passieren lassen.

Kurze Zeit später kam Staufenberg ohne Kopfbedeckung und Koppel zurück und ich habe ihn kontrolliert dabei sei Staufenberg sehr ruhig und unauffällig gewesen, im Übrigen sei es nichts Ungewöhnliches gewesen, wenn jemand eine Besprechung verlassen hatte um irgendwelche Unterlagen zu holen.

Ich konnte das Gemurmel der Besprechung gut hören als es plötzlich eine Detonation gab und eine Person aus dem Offenen Fenster geschleudert wurde. Später erfuhr ich das es Hitlers Adjutant Otto Günsche gewesen war.

Ich löste sofort Alarm aus und sah das mehrere Personen aus der Baracke hinaus taumelten, mitten in diesem Chaos konnte ich sehen das Staufenberg stehend auf dem Beifahrersitz davonfuhr.

ca. 10 Minuten nach der Explosion kam Hitler blutend und mit zerfetzten Kleidern gestützt von zwei Dienern, aus der Baracke.

Weiter berichtete Salterberg, zur damaligen Zeit ! war Staufenberg für uns und für mich ein Feigling gewesen, es wäre besser gewesen, wenn er Hitler mit einer Pistole erschossen hätte, anstatt Sprengstoff zu benutzen, aber Staufenberg wollte davonkommen.

Dort erhielt ich bei einem Angriff auf die Russischen Linien einen Lungendurchschuss.

Noch am gleichen Tag wurde ich verhört, und später zu einer kämpfenden Einheit versetzt.

Auf Nachfrage ob es sich um eine Strafversetzung gehandelt hatte verneinte dies Salterberg

Mit der neuen Einheit nahm ich an der Ardennenoffensive teil bis vor Bastogne, in einer kleinen Ortschaft hinter der Front verlor unsere Einheit während einer Besprechung das gesamten Führungspersonal durch einen Volltreffer.

Daraufhin kamen wir nicht mehr an der Westfront zum Einsatz und wurden mit neuem Führungspersonal an die Ostfront verlegt, dort erhielt ich bei einem Angriff auf die Russischen Linien einen Lungendurchschuss.

Nach meiner Entlassung ging ich zu Fuß in meine Heimat

Es folgten 5 Monate Lazarettaufenthalt, aus dem Reservelazarett Halle an der Saale holten die Amerikaner alle Verwundeten obwohl sie 10 Tage zuvor die Stadt den Russen übergeben hatten, und brachten die Verwundeten in die Amerikanische Zone.

Ich kam in ein Lazarett nach Marburg an die Lahn nach meiner Entlassung ging ich zu Fuß in meine Heimat Pracht (nahe Hamm an der Sieg).

Kurt Salterberg signierte im Anschluss seines Vortrages noch einige seiner Bücher und er hinterließ einen bleibenden Eindruck insbesondere dadurch das er seinen Vortrag klar und deutlich ohne Mikrofon über 2,5 Stunden stehend und ohne Pause durchgezogen hat und das im Alter von 94 Jahren.

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