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Reservistenkameradschaft Oberkassel

Bastogne Historical Walk




Kapelle Deutscher Soldatenfriedhof Recogne

Während der Ardennen-Offensive im Dezember 1944 wurde die 101. US-Luftlandedivision unter der Führung von Brigadegeneral Anthony McAuliffe in Bastogne von deutschen Wehrmachts-Verbänden eingekesselt und durch General Heinrich von Lüttwitz zur Kapitulation aufgefordert. McAuliffes erste Reaktion darauf soll gewesen sein: „Nuts!”, was soviel wie „Quatsch!” bedeutet. Er und seine ca. 18.000 Männer ergaben sich nicht und konnten die umzingelte Stadt halten, die einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt darstellte, bis die 4. US-Panzerdivision unter General George Patton zu Hilfe kam. Diese Ereignisse gaben Bastogne den Beinamen „Nuts-City” – und den beiden Generälen zu Ehren wurden Denkmäler errichtet.

Am Samstag, den 14. Dezember, machten sich neun Reservisten der RAG Marsch „Bergisch Land”, unter ihnen zwei Oberkasseler Kameraden, in Allerherrgottsfrühe auf den Weg nach Bastogne, um an den Feierlichkeiten zum 75. „Nuts-Wochenende” teilzunehmen. Kurz vor 7 Uhr erreichte die Gruppe das Sportzentrum in Bastogne und konnte sich für den „Historical Walk” einschreiben. Auf der „Straße der Befreiung” erreichten sie noch im Dunkeln als ersten Punkt auf dem 21-km-Marsch das extra zu den Feierlichkeiten dramatisch beleuchtete und mit vielen Fallschirmjäger-Puppen geschmückte amerikanische Ehrenmal „Mardasson Memorial”, das an die über 75.000 amerikanischen Soldaten erinnert, die während der Ardennenschlacht ums Leben kamen oder verwundet oder vermisst wurden.

Zweiter Anlaufpunkt war der „Peace Wood” (Wald des Friedens), der zum 50. Jubiläum der Befreiung angelegt wurde. 4.000 Bäume wurden 1994 in Form des Logos der UNICEF gepflanzt – den amerikanischen Veteranen gewidmet, die in den Ardennen kämpften, belgischen Kämpfern und allen Zivilisten und Militärs, die im Winter 1944/45 starben. Ein paar Kilometer weiter im Bois Jacques machte die Marschgruppe am Verpflegungspunkt neben dem Denkmal der Easy Company der 101. Airborne-Division Rast, wo ein großes Aufgebot an belgischen Polizisten auf „hohen Besuch” hindeutete.

Die vierte Station war nach ungefähr 11 Kilometern der deutsche Soldatenfriedhof Recogne, auf dem 6.800 deutsche Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. In der Kapelle gedachten die Reservisten der Gefallenen. Südlich von Recogne war der fünfte Anlaufpunkt eine Bison-Farm. Hier hatten viele der Reenactor-Gruppen Quartier bezogen, die den Marschieren auf der Strecke immer wieder begegneten, voll eingekleidet und ausgerüstet wie die US-Soldaten vor 75 Jahren. Kurz vor dem Ziel kam die Marschgruppe am Mahnmal vorbei, auf dem die Namen der Bürger von Bastogne verewigt sind, die als Soldaten, Widerstandskämpfer oder politische Gefangene ums Leben kamen. Im Ziel erhielt jeder Teilnehmer als Anerkennung für die erbrachte Marschleistung eine Urkunde.

Die Stadt war nun trotz des Nieselregens voller Touristen, gefühlt die Hälfte in US-Uniformen aus dem 2. Weltkrieg, teils mit Helmen, Gewehren und Handgranaten ausgestattet, manche Damen gekleidet und frisiert nach der Mode der 40er Jahre, auf den Straßen jede Menge patrouillierende Jeeps und Militär-LKWs, sodass man sich wie in einen alten Hollywoodfilm versetzt fühlte. In den Bastogne-Barracks konnte man in einer großen Uniform- und Ausrüstungsbörse sehen, wo sich die Passanten eingekleidet hatten. Im Außenbereich wurden historische Militärfahrzeuge vorgeführt, unter anderem ein Königstiger. Eine Militärbuchmesse rundete das Angebot ab.

Höhepunkt am Nachmittag war eine Parade durch die Stadt, angeführt von belgischen Offiziersanwärtern in schwarz-gold-roten Galauniformen mit weißen Federbüschen auf den Mützen, dahinter Westpoint-Kadetten, US-Soldaten, belgische und amerikanische Veteranen und viele Fahnenträger. An den Denkmälern von General McAuliffe und General Patton wurden Blumen niedergelegt. Alles in allem eine Veranstaltung, an die die Kameraden der RAG Marsch noch lange zurückdenken werden.

Zwei Tage später hielt übrigens Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine bewegende Rede am Mardasson Memorial.

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