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Bewegende Feierstunde zum Volkstrauertag




Gruppe aus der Kreisgruppe Rhein-Ruhr auf dem Soldatenfriedhof ‚Am Niersenberg‘ nach der Gedenkstunde mit Kranzniederlegung.

Bildautor: Heike Koch

Klare Botschaft mit Zeitbezug : Appell gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt

Bürgermeister und VdK-Vorsitzender Prof. Dr. Christoph Landscheidt hatte auf den Soldatenfriedhof Am Niersenberg eingeladen und viele Bürgerinnen und Bürger, ob in Vereinen oder Verbänden organisiert, waren gekommen. Knappen- und Schützenverein, Feuer- und Jugendfeuerwehr, Polizei und Reservisten legten Kränze nieder. Mitglieder der Kreisgruppe Rhein-Ruhr stellten die Ehrenwache am großen Kreuz.
In der zentralen Ansprache von Pfarrer Stefan Maser ging dieser auf ein sehr persönliches Kriegsschicksal seines Vaters ein, das exemplarisch für Millionen anderer stehe. Als junger Soldat sei dieser bei der Besetzung von Pskov vor Leningrad eingesetzt gewesen und habe dort 1941 Schreckliches erlebt; 5 Jahre russische Kriegsgefangenschaft folgten. In den 90er Jahren nahm der Vater an Versöhnungsbegegnungen der Evangelischen Kirche im Rheinland in Pskov teil, um dort Überlebende zu treffen und sich mit ihnen auszusöhnen.
Den Blick auf die Bundeswehr-Reservisten gerichtet, die in Gruppenstärke angetreten waren, bekannte Pfarrer Maser sehr persönlich: „Um Kriege, zumal Atomkriege, zu verhindern, habe ich Anfang der 80er Jahre auf der Gegenseite gestanden und gegen die Nachrüstung in den Reihen der Friedensbewegung demonstriert.“ Dabei ließ er offen und unbeantwortet, welche Seite, ob Friedensbewegung oder Bundeswehr, mehr zu Abrüstung und schließlich zum Fall der Mauer beigetragen haben. Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien in den 90er Jahren seien aber, so Maser, „die große Enttäuschung und das schmerzhafte Ende einiger Illusionen gewesen.“
– „Verteidigungsanstrengungen können also nicht falsch sein, ermöglichen sie doch erst eine glaubwürdige Sicherheits- und Friedenspolitik zur Verhinderung von Kriegen“, so der RK-Vorsitzende Fw d. R. Ulrich Engel -. Stefan Maser : „In jedem Fall ist der Volkstrauertag einer der wichtigsten Gedenktage, wenn es darum geht, „Frieden anders zu denken. Und deshalb ist es gut, dass Sie heute alle hier sind“, so der Geistliche.
In seinem Schlusswort appellierte Bürgermeister Christoph Landscheidt angesichts zunehmender Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt in Deutschland nicht zu schweigen. Denn diejenigen, die mit ihren Parolen die Gesellschaft spalten wollen, hätten nur dann eine Chance, wenn geschwiegen und ihnen nicht entschieden genug entgegengetreten würde.

Die auf den Fotos Abgelichteten sind sehr mit einer Veröffentlichung in der Zeitschrift ‚loyal‘ (NRW-Seiten) einverstanden.

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