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Kreisgruppe Rhein-Ruhr

Sicherheitspolitische Arbeit

Sicherheitspolitik orbital und terrestrisch -Vom Bw-Weltraumkomando zur NATO Response Force in Litauen-




von rechts nach links : Dirk Morfeld, Tim Vasen, Dr. Daniel Rasch, Prof. Dr. Torsten Porsch

Bildautor: Falko Grunau

Gleich zu Beginn eines sicherheitspolitischen Seminars der Kreisgruppe Rhein-Ruhr entführte OTL (Lw) Tim Vasen die Teilnehmenden in die Weiten des Weltraums. Angesichts einer immer massiveren Nutzung des Alls stellte er den 1994 beim Kommando Luftwaffe begonnenen rasanten Entwicklungsprozess mit einer ressortübergreifenden  Weltraumsicherheit als Zielstellung vor.

Der Weltraum sei unter UN-Aufsicht für jeden offen, die Stationierung von Massenvernichtungswaffen verboten und jeder Nutzer sei haftungsrechtlich für sein Handeln verantwortlich. Dies betreffe Staaten, bei mehrfachen Multimilliardären gestalte sich die Haftbarmachung schwierig, so die elementaren Grundlagen für die Nutzung des Orbits. Erdgebunden sind dies die Profiteure:

Mobilfunk, Logistik, Finanzmärkte, autonome Dienste, Landwirtschaft, Wetterprognosen und natürlich die Aufklärung für militärische Operationsplanungen (Prinzip : „Der Gegner hat keine Geheimnisse!“). Gegenwärtig dominieren die USA im Weltraum und verfügen mit der ‚Space Force‘ sogar über eine eigene Teilstreitkraft. Neben den Vereinigten Staaten besitzen mittlerweile Deutschland, Russland, China, Italien eigene Weltraumkommandos. Seit 2009 befindet sich das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe in Uedem als zentrale Ansprechstelle für die Bundesregierung. 2010 legte die Bundesregierung im Rahmen einer ‚Weltraumstrategie‘ für Deutschland fest, dass der Weltraum eine zu schützende Infrastruktur sei. Nationale deutsche Expertise sei dabei immer mit internationaler Kooperation zu verbinden. 2021 wurde das Weltraumkommando als streitkräftegemeinsame und -übergreifende Einheit mit einer sehr präzisen nur 30-seitigen (!!) Vorschrift in Dienst gestellt. Konkret geht es um eine Dauereinsatzaufgabe etwa mit Blick auf Aufklärungsergebnisse, Einsatzunterstützungen und um den Schutz von Satelliten (‚Weltraumoperationen‘) Damit ist Deutschland Raumfahrtakteur mit starken Kooperationspartnern wie

ESA, Airbus, Deutsche Flugsicherung, DLR, Fraunhofer Institut, Universitäten der Bundeswehr, Uni München und Bern. Vielversprechend und hoffnungsvoll blicken die Soldaten des  Weltraumkommandos auf die personellen Verstärkungen, die durch junge Offiziere aus dem Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik an der Münchner Bundeswehr-Universität heranwachsen und die mit ihren Kompetenzen für den personellen Aufwuchs dringend benötigt werden.

 

Im 2. Teil des Seminars wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von OTL d. R. Prof. Dr. Torsten Porsch (Truppenpsychologe im Reservedienst bei der ‚NATO Response Force‘) auf die Erde zurückgeholt. Dabei schilderte er seine Erfahrungen in der NRF Litauen an der ‚Eastern Flank‘ des Bündnisgebietes.

Nach dem völkerrechtswidrigen und verbrecherischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine seien die baltischen Staaten ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles Einsatzgebiet mit hohem Konfliktpotenzial. Obwohl Putin noch 2002 kein Problem beim Beitritt zur NATO sah, griff dieser schon bald in die Energielieferungen ein, so dass sich Litauen schnell für Flüssiggaslieferungen über Terminals entschied.

Nach der Krim-Besetzung durch Russland 2014 forcierte die NATO den ‚Readiness Action Plan’, inhaltlich gefüllt mit ‚Air Policing‘ durch ständige Luftraumüberwachung des Baltikums und mit der Entsendung von vier ‚Battle Groups’ als multinationale Gefechtsverbände zur Vorwärtsverteidigung. Mit großer Aufmerksamkeit werde die gegenwärtige hybride Kriegführung Putins verfolgt, der beständig versucht, die russischsprachige Minderheit für sich zu gewinnen, denen russische Streitkräfte („wegen der Unterdrückung durch den Westen“) gern und schnell zu Hilfe kommen könnten, so das Szenario des Diktators. Bemerkenswert ist allerdings, dass dieses Ansinnen auf keine Gegenliebe bei der Minorität stößt, die auf keinen Fall unter dem russischen ‚Schutzschirm‘ leben wolle. Derweil jedenfalls veranstaltet Russland angekündigte wie nicht angekündigte Großmanöver und trainiert die Konfrontation mit der NATO. Unter besonderer Beobachtung bei der Verteidigung Litauens stehe die sog. Suwalki-Lücke, ein ca. 65 Kilometer breiter Streifen, der den ‚Oblast Kaliningrad‘ (ehemals Königsberg) wegen der gemeinsamen Grenze zwischen den NATO-Staaten Polen und Litauen zu einer Enklave macht. Sollte hier ein russischer Durchbruch gelingen, wären die baltischen Staaten logistisch nur aus der Luft oder über die Ostsee zu erreichen und zu versorgen. Aber, so Porsch, der ‚Mindset‘ bei der Truppe stimme und diese sei für ihren Auftrag, jeden Meter des Bündnisraumes zu verteidigen, gerüstet und hoch motiviert.

 

Für die Seminar-Evaluation bleibt für den Beauftragten für Sicherheitspolitik FHJ (ROA) d. R. Dr. Damiel Rasch und den Kreis-Organisationsleiter OStBtsm d. R. Dirk Morfeld festzuhalten : Ein inhaltlich spannender Seminarsamstag mit hohem militärischen Fort- und Weiterbildungspotenzial, verbunden mit großem Dank für Vorbereitung und Durchführung.

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