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06.09.2017

Wenn der Sprengschlumpf den Zünder drückt

"Das im Sprengstoff enthaltene Nitroglyzerin wird auch über die Haut aufgenommen und macht ganz schnell einen dicken Kopf. Bitte benutzen Sie deshalb die bereitgestellten Handschuhe", warnte einer der Ausbilder. Er und vier weitere Sprengexperten zeigten Reservisten der Bezirksgruppe Düsseldorf beim Gewöhnungs- und Belehrungssprengen den Umgang mit hochexplosivem Material. Hauptbootsmann a.D. Ulrich Kellner hatte für den Lehrgang seine Kontakte aus dem Dienst als leitender Entschärfer von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen beim Landeskriminalamt genutzt.

17 Reservisten und eine Reservistin zählte die Gruppe, die sich zu diesem Zweck auf einem Sprengplatz im Bergischen Land eingefunden hatte. Hinzu kam ein Trupp der Johanniter Unfallhilfe, der die sanitätsdienstliche Versorgung in dem unwegsamen Gelände sicherstellte. Dazu wurde ein geländegängiger Unimog-Krankentransporter genutzt.

Sprengen mit den "Schlümpfen"
Nachdem die theoretische Unterweisung zum Gewöhnungs- und Belehrungssprengen durch erfolgt war, fieberten alle Teilnehmer dem Sprengen mit den Kollegen vom Technischen Hilfswerk (THW) entgegen. Als die blauen Fahrzeuge vom THW eintrafen, begann das Abenteuer. Die Reservisten verluden das persönliche Gepäck. Nun musste das Personal noch auf die geländegängigen Fahrzeuge verteilt werden. Ein Teilnehmer bettete seinen Hintern auf die Kiste mit dem Sprengstoff. Ein weiterer Kamerad saß auf den Zündern. Herrlich!

Safety First
Am Sprengplatz in einem alten Steinbruch gab es erst noch die obligatorische Sicherheitsunterweisung. Dann halfen die Reservisten, die Kisten abzuladen und Tische aufzubauen. Jetzt kommt die Vorstellung der blauen Kameraden. Aus Sicherheitsgründen heißen die alle Hans oder Du, ein lustiger Haufen. Zum Aufwärmen wurde ein Zünder in einer Blechdose gezündet. Die Zündmasse von 0,3 Gramm hatte eine beeindruckende Splitterwirkung. Dann noch einmal mit Wasser im Bottich. Die Serienfunktion des Fotoapparates hält die steigende Wassersäule für die Ewigkeit fest.

Sprengstoff wie Paprikalyoner
Die Teilnehmer spitzten ihre Ohren. "Hans, mach mal viermal 100 g fertig", rief ein Kamerad. Nun war Hans ungeteilte Aufmerksamkeit gewiss. Er teilte mit dem Keramikmesser einen roten Schlauch mit sehr starker Ähnlichkeit zu Paprikalyoner aus dem Supermarkt in kleinere Teile und wog die Stücke: 150 Gramm. "Ach egal, knallt auch", sagt Hans. Der "Schlumpf" hat das Herz am richtigen Fleck.


Der "Oberhans" an der Zündmaschine
Die Reservisten durften aus der dicken Wurstscheibe eine lange Wurst walzen und in eine Pappröhre stopfen. Je ein Meter Sprengschnur eingebaut und vier Ladungen sind fertig. Fünf weitere Meter der dicken Ausführung dienen als Zündschnur. Mit Tape werden die Ladungen angekoppelt. Den Zünder bringt der "Oberhans" an, ebenso die Zündleitung, eine davon falschherum. Ja, das geht. Widerstand messen, dann erfolgt das Sprengsignal, drei, zwei, eins – Kawumm! Nach der vorgeschriebenen Zigarettenpause ging der Sprengschlumpf nach vorne und suchte den geplanten Versager. Tatsächlich, man kann Sprengschnur falsch an eine Sprengschnur binden.


Gegrilltes vom Grillschlumpf
Mittags gab es Gegrilltes vom Grillschlumpf und klar, vom Grill. Der Nachmittag war mit viel Kawumm viel zu schnell vorbei. Am Ende sind sich alle Teilnehmer einig. Das war ein super Tag.
 
Ralf Taus
 
Bild 1: Explosion beim Gewöhnungssprengen der
Bezirksgruppe Düsseldorf des Reservistenverbandes.
(Foto: Ralf Taus)

Bild 2: Kabeltrommel für die Zündschnur.
(Foto: Ralf Taus)

Bild 3: Der beim Gewöhnungssprengen genutzte Sprengstoff.
(Foto: Ralf Taus)

Bild 4: Die beim Gewöhnungssprengen genutzte Zündmaschine.
(Foto: Ralf Taus)


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