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8. Arbeitseinsatz der Eifeler Reservisten in LaCambe / Normandie




Im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, leisteten Reservisten der Kreisgruppe Eifel, unterstützt von zwei jungen Soldaten des Gerolsteiner Führungsunterstützungsbataillons 281, vom 30.05. – 10.06.2016 einen Kriegsgräberpflegeeinsatz.

Ziel war der Deutsche Soldatenfriedhof in La Cambe im Departement Calvados in der Region Basse-Normandie, 25 Kilometer westlich von Bayeux gelegen. Auf diesem Friedhof ruhen 21.222 Soldaten, darunter 207 Unbekannte. Der Friedhof La Cambe wurde ursprünglich von den Amerikanern als Friedhof angelegt, auf dem auch rund 5000 deutsche Soldaten beerdigt waren. Nach dem Krieg beschloss die American Monuments Commission, die sterblichen Überreste der amerikanischen Gefallenen nach Colleville-sur-Mer umzubetten. Der nun vorhandene Platz wurde dann für die deutschen Gefallenen genutzt. Im Laufe der Zeit wuchs der mittlerweile auf 7 Hektar vergrößerte Friedhof mit 49 Blöcken an, in denen mittlerweile 21.222 Soldatengräber angelegt sind. 1996 wurde hier der erste Friedenspark des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. angelegt.
Die Aufgabe der Arbeitsgruppe war das Herrichten der einzelnen Gräber, die sich rund um den sechs Meter hohen Tumulus befinden. Dazu mussten die Kanten exakt mittels eines benzingetriebenen Kantenschneiders geschnitten werden. Danach wurden die Grabplatten von Gras und anderen Ablagerungen gereinigt. Das zusammen gerechelte Gras wurde mittels eines Handkarrens zur Grüngutstelle abtransportiert. Während des Aufenthaltes wurden von den 49 Blöcken insgesamt 44 Blöcke mit je 433 Gräber gereinigt. Da durch den Leiter des Arbeitseinsatzes Georg Schwendemann, zugleich auch Kreisvorsitzender der Kreisgruppe Eifel, kleine Teams gebildet wurden, konnten mehr Gräber gereinigt werden als ursprünglich geplant war.
Die Anreise zum Friedhof erfolgte täglich von der 75 Kilometer entfernten Kaserne aus Querqueville. Die Teilnehmer waren bei der französischen Schule der Marine in Einzelzimmer untergebracht. Für die meisten Teilnehmer, die zum ersten Male in Frankreich waren, war das petit déjeuner (kleines franz. Frühstück) gewöhnungsbedürftig, da es jeden Tag nur süßen Brotaufstrich für die Baguettebrötchen gab. Wurst und Käse waren Fehlzeige. Dafür war die Rohverpflegung zum Grillen reichhaltig und von guter Qualität, ebenso das Abendessen.


Da sich der Friedhof La Cambe mitten an den ehemaligen Landungsstränden des D-Day befindet, nutzen die Teilnehmer die Möglichkeit, sich viele geschichtsträchtige Orte anzusehen. Mit dem Kreisorganisationsleiter der Kreisgruppe Eifel, Michael Heinz, hatten die Teilnehmer einen Sachkundigen D-Day Experten in ihren Reihen. Der führte die Teilnehmer nach Vierville-sur-Mer am Omaha-Beach, wo die Reste des Widerstandsnest (WN) 71 besichtigt wurden. Weiter ging es zum Omaha-Beach-Museum in St. Laurent-sur-Mer. Auf den Batterieanlagen in Merville, Pointe du Hoc und Longues-sur-Mer konnten die Größen der ehemaligen Verteidigungsanlagen in Augenschein genommen werden. In Ouistreham wurde der mit einer Höhe von 17 Metern als Museum eingerichtete, auf fünf Etagen vollständig ausgestattete, Grand Bunker der ehemaligen Küstenbatterie Riva Bella besichtigt. Er ist der größte im gesamten, fast 90 Kilometer breiten damaligen Invasionsraum. In Arromanches schauten sich die geschichtsinteressierten Teilnehmer einen 18 minütigen animierten Film im 360 Grad Rundkino an. In Port-en-Bessin gab es Informationen zu P.L.U.T.O. (Pipeline under the ocean). Von hier aus war in 1944 eine Pipeline im Meer nach England verlegt worden, um darüber kontinuierlich Öl für die Invasionstruppen nach Frankreich zu pumpen. Besonders Eindrucksvoll war das noch recht neue Overlord-Museum in Collevile-sur-Mer. In diesem Museum sind Panzer und Halbkettenfahrzeuge ausgestellt. Darunter einige der ehemaligen Deutschen Wehrmacht. Der berühmte Fallschirmspringer, der in Sainte-Mère-Église, der am Glockenturm hängt, wurde ebenso in Augenschein genommen wie die Außenanlagen des WN 5 am Utah-Beach. Nur wenige Kilometer entfernt besuchte die Gruppe die Landungsstelle, an der General Leclerc mit seiner 2. Französischen Panzerdivision am 1. August 1944 landete.

Die Eifeler Reservisten sahen sich auch den englischen Friedhof in Bayeux an. Diese Kriegsgräberstätte ist der größte britische Soldatenfriedhof des Zweiten Weltkriegs auf französischem Boden. Hier ruhen die sterblichen Überreste von 4144 britischen und 181 kanadischen Soldaten. Dazu kommen die Gräber von Australiern, Neuseeländern, Südafrikanern, Polen, Russen, Franzosen, Tschechen, Italienern und von 466 Deutschen.

Ebenfalls wurde dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer besucht.
Auf dem 70 Hektar großen Friedhof sind 9387 amerikanische Soldaten beerdigt. Der amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer ist der berühmteste an den Krieg erinnernde Friedhof in der Normandie. Lange Reihen weißer marmorner Kreuze und Davidsterne symbolisieren die Opfer, die von den Völkern der Alliierten für die  Freiheit gebracht wurden. Der Friedhof ist nicht zuletzt deshalb ein außergewöhnlicher Ort, weil er sich an einer Stelle befindet, von der man einen eindrucksvollen Blick über den Küstenabschnitt Omaha Beach hat, an der die Amerikaner ihre größten Verluste zu beklagen hatten.

Ein Höhepunkt des Arbeitseinsatzes war sicherlich die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung anlässlich des D-Days. Der Kreisvorsitzende Georg Schwendemann legte hier im Beisein des deutschen Botschafters Dr. Nikolaus Meyer-Landrut und des Verteidigungsattaché in Paris, Brigadegeneral Hans-Dieter Poth, sowie anderer hochrangiger Vertreter aus Politik und Militär, einen Kranz nieder.



Die Arbeitsgruppe vor dem Tumulus,
5.v.l. Kreisvorsitzender Georg Schwendemann, ganz rechts Kreisorganisationsleiter Michael Heinz

Auch der aus Pelm stammende Militärpfarrer des Katholischen Militärpfarramtes in Saarlouis, Marius Merkelbach, war unter den Gästen. Die Fahne der Kreisgruppe Eifel stach unter den französischen Fahnen, die rund um den Tumulus mit ihren Fahnenträgern postiert waren, heraus. Viele Teilnehmer an dieser Gedenkveranstaltung schüttelten dem Fahnenträger Robert Harings die Hand und freuten sich darüber, das auch eine deutsche Fahne vertreten war.

Bedingt durch die Arbeiten auf dem Friedhof und die Besichtigungen an den vielen historischen Orten ging der Arbeitseinsatz sehr schnell vorbei. Die Friedhofsverwalterin Frau Marie-Annik Wieder dankte der Arbeitsgruppe für die geleisteten Arbeiten. Sie stand den Reservisten in den zwei Wochen stets Rede und Antwort für die vielen Fragen, die sich im Laufe der Zeit ergaben. Der Kreisvorsitzende Georg Schwendemann zog ein positives Fazit aus dem Arbeitseinsatz: „Wir hatten viele Gespräche mit Besuchern des Friedhofs, die sich ausnahmslos alle positiv über unseren Einsatz geäußert haben. Dies war für alle eine zusätzliche Motivation, uns weiter in Arbeitseinsätzen zu engagieren.“
 
 

Text: KG Eifel
Fotos: Reservistenverband
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