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Afghanistan




Die Kreisgruppe Rheinhessen hatte für den 12.September 2011 in den Ratssaal Nieder-Olm zu einer sicherheitspolitischen Veranstaltung eingeladen. Die Durchführung oblag der RK Selztal, die den Stv. Befehlshaber im WB II, BrigGen Jürgen Knappe, gebeten hatte aus seiner Zeit im Einsatz, 02.07.2010 bis 17.01.2011, als stv. Kdr Dt EinsKtg ISAF in Mazar-e-Sharif im Norden Afghanistans zu berichten. Von einer gut besuchten Veranstaltung konnte sich auch der ebenfalls anwesende stv. Landesvorsitzende OTL d.R. Josef  Heuzeroth überzeugen.

Zuvor hatten die Organisatoren eine Skype-Videokonferenz vorbereitet, in der das Mitglied KptLt d.R. Michael Rohschürmann zu seinem derzeitigen Aufenthalt in diesem Land durch den Vizepräsidenten und 1. Stv. Vorsitzenden der RK Selztal, Oberst d.R. Michael Sauer, befragt wurde. Rohschürmann  befindet sich schon seit einiger Zeit als Angehöriger der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Taloqan / Afghanistan. Dort ist er im Rahmen der RMO (Risk Management Office)  für Sicherheitsfragen aller Art zuständig. Besonders augenfällig war das Alltags-Outfit einschließlich Bart, mit dem er sich auf dem Videobild zeigte und das ihn als waschechten Afghanen durchgehen ließ.

General Knappe, konnte  nach dieser Einführung mit seinen persönlichen Erfahrungen anschließen. Er hob dabei hervor, dass der angekündigte  Abzugstermin 2014 nur im Zusammenhang mit der schrittweisen Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung zu sehen sei. Besonders erschwerend sei für jedmögliche Aufgabe die fehlende Verkehrs-Infrastruktur. So gäbe es nur eine Bahnlinie zwischen Hairatan und Mazar-e-Sharif und lediglich nur eine Straße, die für den Schwerverkehr geeignet sei, vom Norden des Landes nach Kabul. Und diese wichtige Verkehrslinie führe außerdem direkt durch das Paschtunen-Gebiet aus denen sich die Aufständigen (Taliban)  rekrutieren.
Um sich einmal die Entfernung zwischen Deutschland und Afghanistan  zu vergegenwärtigen, nannte er die Zeitspanne von 30 Tagen, die man sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto zurückzulegen hätte.

In der Nordregion sind 4.500 deutsche Soldaten eingesetzt, die zusammen mit weiteren 15 Nationen auf eine Stärke von 11.500 Soldaten kommen. Die  afghanischen Armee, ohne die keine militärische Operation durchgeführt wird,  umfasst derzeit 150.000 Soldaten, die Polizei verfügt über 110.000 Mann.

Fragen aus dem Publikum, besonders nach Sinn und Zweck des Einsatzes (10 Jahre in Afghanistan, 100.000 deutsche Soldaten im Einsatz, 200 Verwundete, 52 Gefallene , Unzählige traumatisiert, Kosten in Höhe von ca. 50 Milliarden Euro), wurden an die Politik verwiesen. Der General hat sich für nicht zuständig erklärt, Fragen dieser Art seien von den Politikern zu beantworten. Dies bedeute nicht, dass er dazu keine persönliche Meinung habe. Fragen, die durch Presseberichte aufgekommen sind, die Zweifel nährten, dass nicht  genügend getan werde, um den Gesamtauftrag zu erfüllen, hat General Knappe mit persönlichen Befindlichkeiten (keine schicke aber doch nützliche Gefechtsbrille zu tragen) und mit zeitlichen Schwierigkeiten in der Beschaffung von neuartigen aber im Einsatz benötigtem Gerät (Kühlaggregat für den Marder) beschrieben.

Interessant und kurzweilig  präsentierte sich der General und deshalb hatte dieser sich auch das Lob und den Dank des Vorsitzenden der RK Selztal und Beauftragten Sicherheitspolitische Arbeit der Kreisgruppe Rheinhessen, OTL d.R Eberhard Erler, einschließlich des überreichten Weinpräsents auch redlich verdient.

Eine während der anschließenden Foyergespräche durchgeführte Sammelaktion erzielte 142 € zu Gunsten der Aktion "Posttraumatische Belastungsstörung". Dieser Betrag wird duch die RK Selztal aufgestockt und der Aktion zugeführt.

 

Text und Foto:  Elmar Jacques

 
                                    

   Michael Rohschürmann, Consultant – RMO, Taloqan/Afghanistan

Foto: GIZ

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