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DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Landesgruppe Rheinland-Pfalz

Auf die Gurkenkrümmung kommt es an




Oft wird die Europäische Union für ihre Regulierungswut belächelt. Symbol hierfür ist oftmals die Vorgabe über die richtige Krümmung eingelegter Gürkchen. Auf dem Jahresempfang der Landesgruppe des Reservistenverbandes Rheinland-Pfalz machte Dr. Christoph Bierbrauer am Beispiel des Brexits jedoch deutlich, dass gerade solche Regulierungen für den Wohlstand in Europa unerlässlich sind.
 
Wohl selten begann ein Jahr mit so vielen außenpolitischen Fragezeichen wie das Jahr 2017. So fand in einem engen zeitlichen Zusammenhang der Neujahresempfang der Landesgruppe Rheinland-Pfalz in Mainz statt und 6000 Kilometer entfernt wurde Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Symbolhaft zeigt sich, mit welchen Entwicklungen auch der Reservistenverband im neu angebrochenen Jahr zu tun haben wird. Hierauf ging auch der Landesvorsitzende, Oberst a.D. Joachim Sanden, in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung ein. Zwar ändere sich nicht von heute auf morgen die Arbeit oder Ausrichtung der Landesgruppe. Aber das sicherheitspolitische Gefüge der Bundesrepublik Deutschland, zu dem der Reservistenverband mit all seinen Untergliederungen gehört, verändere sich durch die Wahl Donald Trumps vermutlich mindestens ebenso, wie es die Konflikte in Syrien und der Ukraine sowie die Flüchtlingskrise zuvor schon getan haben.
„Deswegen kommt es auch darauf an, dass wir als Reservistinnen und Reservisten, aber auch als Verband insgesamt, noch mehr den Schulterschluss mit den aktiven Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr suchen,“ folgerte Oberst a.D. Sanden als wesentliche Leistung, die die Landesgruppe im kommenden Jahr zu erbringen habe. Stärker als bisher sei es auch Aufgabe des Verbandes, Reservisten für Dienstleistungen bei der Bundeswehr zu gewinnen, sei es durch ungediente „Seiteneinsteiger“ oder auch durch eine stärkere Einbindung von Frauen. Dass es Bedarf bei der Truppe gebe, daran gebe es keinen Zweifel, denn „Reservisten sind begehrt.“
Dies unterstrich auch der Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz, Oberst Erwin Mattes in seinem Grußwort. Zugleich verdeutlichte er aber auch, dass Soldat sein in der beorderten, aber auch der unbeorderten Reservistenarbeit, stets mit Pflichten verbunden sei: „Die Bestimmungen zur Uniformtrageerlaubnis und das Beherrschen der elementaren Sicherheitsregeln im Umgang mit Handwaffen ist etwas, dass auch die unbeorderten Reservisten beherzigen sollten,“ mahnte er das Auditorium und verdeutlichte damit aber zugleich ein Spannungsfeld, das bei allen Gemeinsamkeiten gelegentlich in der Zusammenarbeit die zwischen aktiver Bundeswehr und Reservisten auftritt.
In einem Grußwort als Vertreter für die Ministerpräsidentin und den Innenminister dankte Staatssekretär Günter Kern nochmals den Soldaten des Landeskommandos und seinem Kommandeur für die Unterstützung bei der Flüchtlingskrise. Er bedankte sich auch für das ehrenamtliche Engagement der Reservistinnen und Reservisten und ihren großen Einsatz für die gemeinschaftliche Belange in unserem Bundesland.



Staatssekretär Günter Kern

Der Brexit und die krummen Gürkchen

So schwierig politische Prognosen für 2017 nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres auch sein mögen; eine der ganz großen Fragen wird auf jeden Fall die Umsetzung des sogenannten „Brexits“, also des durch eine Volksabstimmung beschlossenen Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union, sein. Um dessen Auswirkungen auf Deutschland, aber vor allem auch auf Großbritannien selbst besser zu verstehen, war als Referent Dr. Christoph Bierbrauer (Professur für Volkswirtschaftslehre an der Cologne Business School und Dozent an der Universität Osnabrück) eingeladen worden. Zu Beginn erläuterte er einige Grundzüge der Außenwirtschaftslehre. Aus seiner Sicht besteht der wirtschaftliche Vorteil der europäischen Integration weniger im Wegfall der Zölle, sondern vor allem im Abbau sogenannter nichttarifärer Handelshemmnisse. Dies bedeutet, dass Zulassungsnormen für bestimmte Produkte einheitlich für ganz Europa festgelegt werden. So können Firmen ihre Produkte velässlich nach einheitlichen Richtlinien für das In- und Ausland herstellen. „Der Wohlstandszugewinn aus beispielsweise der Normierung der richtigen Krümmung von Gürkchen ist in der Summe aller Produkte für die Hersteller und Verbraucher deutlich höher als der Wegfall einiger Prozentpunkte an Zollaufschlag“, fasste er seine Position pointiert zusammen. Mit Blick auf Großbritannien und den Brexit stellte er fest, dass die Abkehr von einem solchen vereinheitlichten Markt für Großbritannien um ein Vielfaches teurer werden würde als für die verbleibenden 27 Länder. „Die makroökonomischen Kennziffern zeigen deutlich, dass Großbritannien schon jetzt das Wasser bis zum Hals steht.“ Ein Absturz der britischen Wirtschaft wie in einigen südeuropäischen Ländern könnte zu politischen Verwerfungen wie erneuerten Austrittsbestrebungen Schottlands führen.



Dr. Bierbrauer


 
Hohe Auszeichnung für früheren Landesvorsitzenden

Im vergangenen Jahr hatte Oberst d.R. Michael Sauer noch das Grußwort als damaliger Landesvorsitzender gehalten. Nachdem er das Amt an seinen Nachfolger abgegeben hatte, freute er sich eigentlich darauf, den Abend als Zuhörer „in Ruhe“ verbringen zu können. Der Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Mattes, machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung, als er den sichtlich überraschten Oberst d.R. Sauer zu sich bat und in Grundstellung befahl. Denn so konnte er ihm das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistung, in würdiger Form aushändigen. In seiner Laudatio führte Oberst Mattes aus, dass Michael Sauer während und nach seiner Dienstzeit als aktiver Reservist das Bild des fachlich qualifizierten Reservisten in verschiedenen Verwendungen vorbildlich erfüllt habe.
Wie die gesamte Veranstaltung wurde auch die Verleihung des Ehrenkreuzes durch den Reservistenmusikzug Trier musikalisch begleitet.



Oberst d.R. Michael Sauer nebst Angelika Sauer

Text: K. Klinkhammer
Bilder: W. Müller
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