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Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr




Ein bemerkenswertes Grundsatzmotto für einen bemerkenswerten Soldaten!
 

Die Konrad Adenauer Stiftung hatte Generalleutnant Hans-Werner Fritz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, am 21.01.2014 in Ermangelung des mittlerweile geräumten Osteiner Hofes, in das Institut  Française  in Mainz eingeladen, wo mehr als 90 Besucher im vollbelegten Vortragsraum  die Gelegenheit genutzt haben, den Ausführungen des Generals zu folgen.

General Fritz, am 17.11.1953 in Gelsenkirchen (auf Schalke?) geboren seit 1973 Soldat  und Panzermann, u.a. 2003 Kommandeur der Luftlande-Brigade 26 (Saarlandbrigade)  und seit 2013 Befehlshaber EinsFüKdo in Potsdam.

Eine Einstufung in die hierarchischen Gepflogenheiten der Bundeswehr wurde gleich am Anfang geklärt. So erfuhr das Publikum, dass der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Potsdam dem Generalinspekteur  der Bundeswehr und weiter über den zuständigen Staatssekretär, Stéphane Beemelmans, dann endlich  der Verteidigungsministerin Frau Dr. Ursula von der Leyen untersteht.
Eine Unterstellung, die die Wichtigkeit dieser Dienststellung unterstreicht.

Dieses Kommando ist für die nationale Einsatzplanung und die Einsatzführung  der Bundeswehr, die nationale Krisenvorsorge und Evakuierungen deutscher Staatsbürger aus dem Ausland verantwortlich. Die Hauptaufgabe des Befehlshabers ist die strategisch-politischen Weisungen des BMVg in strategische Vorgaben und Weisungen für die Einsatzplanung der Bundeswehr umzusetzen.
Dazu stehen ihm u.a. drei Operationszentralen (OPZ) zur Verfügung, in denen im 24/7- Rhythmus (24 Stunden-7 Tage die Woche) Einsätze geführt und überwacht werden. Ein Bundeswehr-Stab, nach den Besonderheiten dieses Kommandos gegliedert, von ca. 800 Personen, hat nach den Vorgaben des Befehlshabers ein Lagebild zu schaffen und eine Operationsplanung und – führung der Einsätze danach zu ermöglichen.

Derzeit  sind ca. 5.000 Soldaten in 13 Einsätzen abgestellt. Im Hinblick auf  die Notwendigkeit von Vor-und Nachbereitung solcher Einsätze, erfordert dies die Bereitstellung von ungefähr 20.000 bis 22.000 Soldaten.

Einsatzschwerpunkte für die Zukunft erkennt der General in Afrika. Dort bildet sich aufgrund der erbärmlichen Lage der Bevölkerung, der großen ethnischen und religiösen Unterschiede, des ungeheueren Reichtums an wertvollen Bodenschätze und der nicht zu unterschätzenden territorialen Problemen ein großes Potential, Auseinandersetzungen nur mit Gewalt lösen zu wollen, die wiederum den Einsatz auch der Bundeswehr erforderlich machen könnten. Bemerkenswert sei, dass in diesen Ländern ca. 50% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist. Die Jugend im Vormarsch, also!

Es sei den verschiedenen maritimen Einsätzen (ATALANTA) zu verdanken, dass die Piraterie in Afrika stark zurück gegangen sei.  Wobei die Ursachen der Piraterie nicht auf der See, sondern an Land lägen.
Am Beispiel des Syrien-Konflikts erläutert General Fritz, dass der Libanon bei 4,5 Mill.Einwohner ca. 900.000 Flüchtlinge auszuhalten habe. Wenn man das auf Deutschland übertragen wollte, wären das bei 80 Mill. Einwohner eine Flüchtlingsqoute von 16.000.000 Flüchtlinge (?) Unvorstellbar!

Zu Afghanistan bemerkte der General, dass die Bundeswehr-Mission im Rahmen der ISAF derzeit noch ca. 3.100 Soldaten abgestellt hat und ein steter Abbau der Präsenz vorgenommen wird. Eine Nachfolge-Mission (RESOLUTE SUPPORT  MISSION) mit einer deutschen Beteiligung von ca. 600-800 Mann ist vorgesehen, aber die Voraussetzungen dazu stehen noch aus. Auch hat General Fritz  auf die größtenteils von der deutschen Öffentlichkeit unbeachtete Tatsache hingewiesen, dass Entscheidungen der Bundeswehr-Führung im Einsatzland speziell in Afghanistan immer im Rahmen einer übergeordneten alliierten Führung  getroffen werden können.

Im Anschluss an den hörenswerten und interessanten Vortrag schloss sich eine überaus lebhafte Diskussionsbeteiligung an, die auch vor kniffligen Themen nicht halt gemacht hat. Auch die Frage nach einem grundsätzlichen Drohnen-Einsatz, den ja viele in der deutschen Öffentlichkeit bewegt diskutieren, gibt Generalleutnant Fritz zu bedenken, dass die Bundeswehr-Soldaten auch den Einsatz einer solchen Waffe mit der gleichen Verantwortung handhaben werden, wie es mit den anderen Waffen bereits geschieht.

Er warnte ausdrücklich davor, als Ausgangspunkt war eine diesbezügliche Frage aufgetaucht, dass man die Bundeswehr-Soldaten in zwei Lager aufteilt, die im Einsatz waren und die aufgrund der damaligen politischen Situation keinen Einsatzaufenthalt nachweisen können. Dies sei kontraproduktiv und wie Generalmajor a.D. Millotat noch hinzufügte, dass die ehemaligen Soldaten ihren Auftrag genauso gut erfüllt hätten, wie die heutige Generation es tue.

Eine sehr gute Veranstaltung, die mit diversen Einzelgesprächen und einem Glas Wein harmonisch abgerundet werden konnte.

                       

Text und Bilder: Elmar Jacques

Bilder im Laufband von E.H.Nowak

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