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Landesgruppe Rheinland-Pfalz

Interview mit dem Kdr LdKdo RLP




Fragen an den Kommandeur des Landeskommandos Rheinland-Pfalz,
Oberst Erwin Mattes

1. Herr Oberst Mattes, vor genau einem Jahr wurde die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Rheinland-Pfalz (RSUKp RP) in Dienst gestellt. Was hat sich seitdem ereignet?

Die RSUKp Rheinland-Pfalz hat sich seit ihrer Aufstellung gut entwickelt. Die Ausbildung der Kompanie wurde verzugslos aufgenommen und läuft planmäßig. Das Bewerberaufkommen hat uns ermöglicht, Kompanieführung und drei Züge in Dienst zu stellen. Allerdings sind in diesen Sicherungszügen derzeit noch Dienstposten unbesetzt, so dass wir weiterhin interessierten und geeigneten Reservisten, vor allem Mannschaften, eine Beorderung und Förderung anbieten können.

2. A propos Förderung: Hier soll es ja in der Anfangszeit „gehakt“ haben. Wie stellt sich die Lage heute dar?

In der Tat zeigten sich vor einem Jahr administrative Reibungsverluste, die viele Ursachen hatten, z. B. die Reduzierung und Umgliederung der bestehenden Kreiswehrersatzämter in die neu aufgestellten Karrierecenter oder die Zusammenführung aller personalführenden Dienststellen der Bundeswehr unter das Dach des Bundesamtes für Personalmanagement der Bundeswehr, um nur die zwei wichtigsten zu nennen. Diese Anfangsschwierigkeiten sind mittlerweile überwunden. Bereits die Hälfte unserer Bewerber konnte inzwischen auf ihren Dienstposten beordert werden und als Folge daraus erreichten uns in den zurückliegenden Monaten auch erfreulich viele Beförderungsurkunden aus dem Bundesamt. Insgesamt wurden bisher 15 Mannschaften zu Haupt- und Stabsgefreiten, ein Fahnenjunker zum Fähnrich und ein stellvertretender Zugführer zum Oberleutnant befördert. Es zeigt sich also:  Engagement in unserer RSUKp  und individuelle Förderung  sind zwei Seiten der Medaille.

3. Wie bewerten Sie die Einsatzbereitschaft und den Ausbildungsstand der RSUKp RP? Ist sie in der Lage, ihre Aufträge zu erfüllen?

Da in der RSUKp RP ausnahmslos ehemalige Soldaten dienen, bewerte ich die Einsatzbereitschaft für Wach- und Sicherungsaufgaben bereits grundsätzlich als gegeben. Allerdings ist dieser Ausbildungsstand noch sehr unterschiedlich, da unsere Reservisten als aktive Soldaten in den unterschiedlichsten Verwendungsbereichen und zu unterschiedlichen Zeiten gedient haben; so wurden die älteren Kameraden beispielsweise noch an G3 und P1 als damaligen Handwaffen der Bundeswehr ausgebildet. Kurzum: Uns geht es jetzt um die Wiederauffrischung vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten und um das Herstellen eines einheitlichen Ausbildungsstandes, letztlich um das Herstellen der Einsatzbereitschaft der gesamten Kp.

Darüber hinaus hat die Kompanie bereits im vergangenen Jahr in Einsätzen, beispielsweise zur Unterstützung des Rheinland-Pfalz-Tages oder bei  der Wachverstärkung an einem Standort in unserem Verantwortungsbereich, gezeigt, dass sie Aufträge zuverlässig erfüllen kann.

4. Wie erreichen Sie das Herstellen dieses einheitlichen Ausbildungsstands?

In bisher sechs so genannten „Blockausbildungen“, die immer Freitagabends beginnen und bis Samstagnachmittags andauern, hat sich die Kompanie bereits intensiv auf die Vorgabe „Herstellen der uneingeschränkten Einsatzbereitschaft für Wachaufgaben bis Ende 2014“ vorbereitet. Abschluss und zugleich Höhepunkt dieses Ausbildungsabschnitts wird die zweitägige Kompaniebesichtigung im September auf dem Truppenübungsplatz Baumholder sein. Hier werden alle Angehörigen in einer realistischen Übungslage ihr Können zeigen können. Dies ist allerdings kein Selbstzweck, sondern dient letztlich dazu, die Kompanie für Wachaufgaben zu zertifizieren, ihr also gewissermaßen den „amtlichen Stempel“ ihrer Einsatzbereitschaft für diese wichtige Aufgabe aufzudrücken.

5. Welche Rolle spielen die RSU Kräfte für die Zukunft der Reservistenarbeit? Was haben Sie für einen Eindruck von der Motivation der Kameraden?

Ich konnte mich bei den Ausbildungsvorhaben bereits mehrfach persönlich von der ausgesprochen hohen Motivation der Kompanie überzeugen – und zwar unabhängig von zivilem Status, Lebensalter, Dienstgrad, militärischem Hintergrund etc. Auffällig ist die ausgesprochen positive Stimmung in der Kompanie – trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrer heterogenen Zusammensetzung.

Insofern sehe ich die mittlerweile aufgestellten 30 RSUKompanien in Deutschland als Wegbereiter einer generellen Stärkung der Reserve. Aus Sicht der aktiven Truppe begrüße ich es ausdrücklich, dass sich Reservisten in einem festen Beorderungsverhältnis, das auch mal persönliche Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann, für die Bundeswehr engagieren – und letztlich damit Ihrem Land dienen!

6. Ein Blick in die Zukunft: Wie sehen Sie als Kommandeur die weitere Entwicklung der RSUKp RP?

Wenn wir den eingeschlagenen Weg mit der hohen Motivation unserer Reservisten und dem derzeitigen Schwung bei allen Beteiligten fortsetzen, sehe ich die RSUKräfte als zukunftsfähig an; das nötige Potential ist zweifelsohne vorhanden.

Allerdings darf diese Einschätzung uns nicht den Blick darauf verstellen, dass es noch große Herausforderungen und Unwägbarkeiten zu meistern gilt. Vordringlich muss es uns – dem Reservistenverband und den militärischen Dienststellen gemeinsam – darum gehen, weitere geeignete und engagierte Reservisten für eine Beorderung in der RSUKp RP zu gewinnen; das Ziel muss sein, in naher Zukunft die vorgesehene Stärke von 133 Mann, oder auch „Frau“,  zu erreichen.

Ein weiterer Aspekt, der zukünftig unsere besondere Beachtung erfordern wird, ist die Frage der Verfügbarkeit dieser Kräfte, und zwar nach Ort, Zeit und Anzahl. Trotz der erkennbar hohen Einsatz-Motivation der Soldaten der RSUKp dürfen wir nicht verkennen, dass es sich bei diesen Kameraden um Berufstätige und Familienväter handelt, die für uns nur eingeschränkt und oftmals nicht unmittelbar verfügbar sind. Andererseits sind für mich als Kommandeur Landeskommando viele Lagen denkbar, in denen ich mir den Einsatz der RSUKp  RP zur Erfüllung von Aufträgen der Streitkräfte sehr gut vorstellen kann.

Eines muss uns allen klar sein. Neben einem guten Ausbildungsstand und der erkennbar hohen Motivation unserer Reservisten wird die RSUKp RP zukünftig auch daran gemessen werden, wie sie sich in Einsätzen bewährt. Nach allem was ich bisher gesehen habe, habe ich keinen Zweifel daran, dass wir diese großen Herausforderungen auch zukünftig gemeinsam meistern werden.

Die Fragen stellte der Landespressebeauftragte, Feldwebel d. R. Thomas Brammer-Türck.

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