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S E R E – Training in Koblenz




Ein überaus anspruchsvolles militärisches SERE Training mit anschließendem P8 Schießen fand vom 30. bis 31.08.2013 in Koblenz statt. SERE steht für Survival /Evasion / Resistance / Escape (Überleben / Fliehen / Widerstand / Entkommen).

Sechzehn Teilnehmer wurden vom Leitenden, Oberstleutnant d.R. Oliver Kohl, freitags in der Gneisenau Kaserne, Koblenz, auf die kommenden 24 Stunden vorbereitet.

Durchhaltevermögen

Schon bei der zweiten Folie war den Kameraden klar, dass es sich nicht um eines der üblichen Trainings handelte, sondern um ein realistisches militärisches Training. Gefordert wurden militärische Grundfertigkeiten wie Wille, Durchhaltevermögen und Leidensfähigkeit. Diskutieren oder Hinterfragen war nicht gewünscht. Wer das nicht wollte, wurde gebeten, die DVag zu beenden. Nach Überwindung der ersten Schockphase stellten sich jedoch alle Teilnehmer den ihnen unbekannten Herausforderungen.
Es wurde ein Nach-Kriegs-Szenario in einem Land dargestellt, in dem die Bevölkerung den XFOR Kräften zu 80% unentschlossen gegenüberstand, und zu jeweils 10% positiv bzw. negativ. Die Teilnehmer waren von der Truppe versprengt und mussten sich nun bis zur Aufnahme durch eigene PR-Kräfte (Personal Recovery) allen Gefahren entziehen.

… wieder mal Leistung bringen

Mancher Reservist schaute ungläubig nach dem Vortrag, als die Kameraden aufgefordert wurden, in Sportschuhen, Feldhose und T-Shirt einen Sporttest ohne Berücksichtigung des Alters zu absolvieren. Man musste wirklich mal wieder Leistung bringen! Unglaublich! Jeder Teilnehmer hatte 30 Sit Up’s und Push Up’s sowie einen 1000 m Lauf unter 4:30 min zu absolvieren. Und, fast alle schafften das.
Nach Verlegung per 8-Sitzer folgten erschwerte Aufgaben wie Orientierung mit nur einem Bezugspunkt, Karte und Luftbildaufnahme und anschließendem Erreichen von Höhenzielen in sehr engem Zeitrahmen.

Wenig Schlaf – nächtliche Kälte – Hunger

Nach Verlegung zum Versteckplatz wurden die Kameraden mit der Tatsache konfrontiert, dass es wirklich nur ein Lunchpaket je vierTeilnehmer gab! Auch war es für einige Kameraden in der Nacht hart, die sich zu Beginn des Trainings für die falsche Kleidung entschieden hatten. Fünf Stunden Ruhezeit im Versteckplatz waren trotzdem zu überwinden, entweder am Feuer oder durch Bewegung, Schlafen oder Wachen. Bei Temperaturen um 10 Grad eine Erfahrung eigener Art. Zum Glück wurde das Training morgens um 4 Uhr fortgesetzt.

Jammern ausgeschlossen

Erneut musste mittels Bezugspunktverfahren ein Punkt im Eilmarsch innerhalb von 10 Minuten erreicht werden. Die ersten 500 m ging es nur bergauf. Jetzt waren alle aufgewärmt und wach. Weitere Orientierungsaufgaben waren zu lösen. Schwer wurde es, als ein Verwundetentransport mit jeweils 2 Trupps über ca. 500 m durchzuführen war. Leider hatte sich der Leitende bei der Entfernungsangabe um 500 m verschätzt. So stellte sich die Strecke als 1.000 m heraus. Da Jammern zu Beginn des Trainings ausgeschlossen worden war, kein Problem!
Nach weiteren Aufgaben (Orientierung/Marsch mit sehr engen Zeitfenstern) und kurzer Körperpflege in der Kaserne, folgte das geplante Schießen mit der Pistole P8.

… und dann noch Schießen!

Um 06.45 Uhr, nach Empfang von Waffen und Munition, Verlegen auf die Schießbahn und Einweisung. Pünktlich um 08:00 brach der erste Schuss. Geschossen wurden die Schießübungen P8-S-1,2 3,5, 7 und 10. Zum Erstaunen der Kameraden erhielt jeder eine Pistole die er während des ganzen Schießens am Mann behielt. Gerade die Übung P- S-7 mit ihrem hohem dynamischen Anteil und dem Ladezustand fertig geladen, entspannt und entsichert, war für viele Kameraden eine unbekannte Herausforderung, weil doch sonst immer auf gesicherte Waffen Wert gelegt wird. Sie kamen aber gut damit zurecht.

Schützenschnur

Dank sehr brauchbarer Ratschläge von Stabsfeldwebel d.R. Gernot Meyer und Obergefreiter d.R. Oliver Dötsch verbesserten sich die Kameraden in ihren Schießleistungen. Ergebnis: 1300 Schuss abgegeben, zahlreiche Schützenschnüre erschossen.
Beim Schießen fiel einigen SERE Teilnehmern auf, dass es immer noch kein Frühstück und Kaffee gegeben hatte. Viele waren daher froh, als das Mittagessen schon um 10:00 h eintraf. Leider wieder nur als Lunchpaket, aber wenigstens gab es diesmal ein Paket pro Teilnehmer

Die DVag endete pünktlich um 14:30 h mit einem Abschlussantreten.
Das Fazit der SERE Veranstaltung war durchweg positiv. Die Teilnehmer wurden an Ihre Grenzen geführt und machten persönliche neue Erfahrungen.?Endlich mal ein realistisches und forderndes Training von Soldaten für Soldaten!
(Wird fortgeführt!)

Text: Oliver Kohl/Red.?Fotos: Hans-Joachim Schunack und Bernd Manns

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