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Wettkampfkämpfer erfolgreich in Lettland – Ausführlicher Bericht




  • Von Text: OG d.R. Christopher Schröder / Fotos: Lt d.R. Thomas Kräuter
  • 14.09.2022
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Die Wettkämpfer des Lkdo Rheinland-Pfalz, nahmen dieses Jahr zum 4. Mal erfolgreich an dem internationalen Militärpatrouillenwettkampf „zemessardzes patrula“ in Lettland teil. Gerade dieses Jahr sollte der Wettkampf noch anspruchsvoller sein, als in den Vorjahren. Die Wettkämpfer waren gespannt !

Die Einweisung in den Wettkampf am ersten Abend dauerte über 2 Stunden und ein 33-seitiger Befehl, sowie Material wie Funkgeräterucksack, Nachtsichtgeräte, Abseilkarabiner, ABC-Schutzmaske, Kletterseile, all dies ließ schon ahnen, was ihnen die nächsten 2 Tage bevorstehen wird.

 

Der erste Tag begann mit Phase 1 in der das Team in Einzelfertigkeiten geprüft wurde.

Der Gruppenführer musste einen Handgranatenparcour absolvieren und danach einen Test über militärisches Wissen und die taktische Lage schreiben.

Der zweite Soldat machte einen einstündigen Speed-Orientierungslauf, hier ging es darum, schwierige und leichte Orientierungspunkte im richtigen Verhältnis in die Karte einzuzeichnen und abzulaufen, aber zeitlich spätestens innerhalb von 60 min zurück zu sein, da sonst eine Disqualifikation wartet.

Hier machte die Mannschaft Platz 1.

Danach ging es für den Soldaten zur Funkprüfung.

Funkgerät zerlegen zusammensetzen, funken, empfangen, entschlüsseln, antworten.

Der dritte Soldat machte eine Prüfung in TCCC (Tactical Combat Casualty Care)  und im Anschluss eine Fitnessstation mit Hindernissbahn, die es in sich hatte und jeden guten Wettkämpfer an seine körperlichen grenzen führt.

Der vierte Soldat verlegte auf die Schießbahn Zum G36 Biathlon schießen und zum Pistolenschießen auf Tonscheiben.

 

Nach Phase 1 folgte eine kurze Organisationspause bevor  die Patrouille startete.

 

Patrouille: Zum Start, der nahe Riga an der Küste lag, wurde auf einen Ein-Tonner aufgesessen, der immer 4 Mannschaften gleichzeitig zum Start brachte.

 

Die Operation begann mit einer Infiltration.

2 Mannschaften nahmen gleichzeitig in einem Schnellboot Platz, mit dem ein altes Fort , das von Feindkräften als Versteck genutzt wurde, angesteuert wurde.

Hier hieß es man hat 5 min Zeit, während eines Wachwechsels in das Fort einzudringen, die Anlage unter Einsatz von Nachtsichtgeräten zu durchsuchen und zeitig wieder zu verschwinden.

Im Anschluss eine Befragung über gefundene Informationen. Danach ging es Fußmarsch ca 6 Km über einen Inselstreifen, Ziel ein Strandabschnitt, an dem Partisanen zwei geheime Nachrichten im Meer versenkt haben, zu finden.

Dieser Marschweg führte uns und die andren Mannschaften durch einen belebten FKK-Strand.

 

An der Station angekommen, mussten 2 Soldaten ins Wasser laufen und mittels Doppelschritt, Entfernung und MKZ 2 im Wasser versenkte Flaschen mit einer Nachricht finden.

Hier gab es die neue Koordinate und eine neue Funkfrequenz.

Nächstes Ziel ein Abschnitt, an dem feindliche Kräfte anlandeten. Hier galt es 50 zumeist russische Fahrzeuge zu sichten und zu identifizieren.

Von dort wurde der Rückzug angetreten,  quer über den Inselstreifen, bis zu einer Stelle, wo mittels Schlauchboot übergesetzt wurde.

 

 

Langsam dämmerte es und es ging in der Nacht Phase 3,zu einem Aussichtsturm, der bestiegen und  ein Funkspruch mittels neuer Frequenz abgesetzt wurde, um mit dem Partisanen- Führer in Kontakt zu treten. Danach ein Abseilen mittels Halbmastwurf mit kompletter Ausrüstung und das alles in maximal 10 Minuten.

Über den kompletten Wettkampf galt Selbstverpflegung, auch für das  Trinkwasser.

Wer also merkte, er hat zu wenig Trinkwasser dabei, konnte gegen Strafpunkte Trinkwasser an der Stationen empfangen. Bei über 30° Grad Temperatur eine wirklich harte, aber sehr gute Bewertungsvariante.

 

Im Anschluss folgten weitere Marschrouten mit Stationen, wie Verletzte bergen und ein MEDEVAC 9-LINER REQUEST  (Notruf im Einsatz) absetzen,

4 Geländepunkte, zu denen man orientieren konnte, um extra Punkte zu sammeln. Diese Punkte waren aber sehr anspruchsvoll und schwer zu finden. Hier von sammelte das Team auch Einen ein. Mehr wäre zeitlich und kraftmäßig auch nicht drin gewesen.

Es folgten einige Stationen, wie Hindernisse überwinden und  Gewässerüberquerung mit kompletter Ausrüstung, einschließlich Waffen, optischem Gerät und Fernmeldemittel; mittels Zeltbahnpaket oder Müllsack. Da war jede Gruppe auf sich alleine gestellt. Kein Support, außer man übernimmt Müllsäcke gegen Strafpunkte. Der Marsch führte uns durch ein Gebiet, in dem eigene Kräfte überlaufen wurden und sie ungesehen, immer auf der Hut vor „Hunter Force“ Kräften auf Quads oder zu Fuß, ihre Wege oder Gewässer zum Durchqueren selber wählen mussten.

Auf  einem Beobachtungsposten, von dem aus T72, MT-LBu (leicht gepanzerter Universaltransporter)  und andere Panzer gesichtet wurden, musste eine „Call for Fire“ Meldung abgesetzt werden. Anschließend folgte der Marschweg über eine  UXO Station, (Unexploded Ordnance = Blindgänger)  zu einem Wäldchen, in dem mit Hilfe von Diesel, Altöl und Benzin, Molotowcocktails gebaut werden mussten. Alles auf Zeit, mit dem Ziel diese in 5 min zu bauen, und am Waldrand auf einen Fahrzeugkonvoi zu werfen.

Das Team wählte das richtige Verhältnis und brachte die Fahrzeuge zum Brennen.

Anschließend folgte ein Schießen auf einer 100m Bahn, hier galt es in 2 Minuten  60 Ziele zu bekämpfen.

 

 

Verschossene Magazine mussten während des Durchgangs aufmunitioniert werden.

Es folgte von dort ein 5 km Eilmarsch zu einer Unterführung mit Wasser, durch die man durch waten musste. Danach wurden immer zwei Teams mit einem Patriotpanzer, ähnlich dem deutschen Fuchs, aufgenommen. Wer dachte, das jetzt der Wettkampf nach über 55 Marschkilometern vorbei ist hat sich jedoch geirrt.

Das Fahrzeug fuhr natürlich in einen Hinterhalt. Aus dem brennenden Panzer musste  abgesessen und  eine 360° Sicherung eingenommen  und die eigene Position auf der Karte neu bestimmt werden. Nun ging es wieder im Fußmarsch weiter. Nächste Station: Errichten einer Walki-Talkie-Mine und Sprengung eines anfahrenden Fahrzeugs. Zum Abschluss gab es eine ABC Übung, bei der in 5 Minuten die BAS (bedrohungs- und auftragsangepassten Schutzzustände) Stufe 5 hergestellt und ein LKW auf Kampfmittel und Informationen untersucht werden musste.

Danach ging es per Ein-Tonner zurück zum in Richtung Feldlager. Dort musste in einem abbruchreifen Gebäude eine Person zügig gerettet werden.

zum Abschluss galt es noch einen ca. 40 Meter hohen Schornstein zu besteigen.

 

Die Wettkampfmannschaft Rheinland-Pfalz hat den 3. Platz in der Klasse Mannschaften aus dem Ausland erreicht.

Damit waren wir besser als die aktiven Mannschaften der NATO enhanced Forward Presence (eFP) im Baltikum.

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