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111. Sicherheitspolitischer Stammtisch der RK Selztal – Persönliche Erfahrungen in der Corona Response der Bundeswehr




Nach einem beinahe einjährigen Dornröschenschlaf erwachte die RK Selztal am Freitag, dem 03. September, wieder zu neuem Leben. Für den 111. sicherheitspolitischen Stammtisch hatte sich Oberstleutnant Dr. Rainer Wessel bereit erklärt von seinen Erfahrungen in der Corona Response der Bundeswehr zu berichten. Um trotz den Einschränkungen durch die Corona Pandemie möglichst viele Teilnehmer am Vortrag teilhaben zu lassen, wurde der Abend in hybrider Form organisiert. Neben der Möglichkeit für eine begrenzte Anzahl an Teilnehmer, die Veranstaltung in Präsenz zu besuchen, war mit Hilfe von Webcam und Internet auch die digitale Teilnahme als Option gegeben.

Mit der Unterstützung der Gemeinde Klein-Winternheim konnte der Abend im Festsaal des Rathauses beginnen. Bei diesem ersten Treffen nach langer Zeit bot sich die Gelegenheit, Ehrungen denen zu Teil werden zu lassen, denen Ehre gebührt. Der Kreisvorsitzende der Kreisgruppe Rheinhessen, Oberstleutnant Matthias Weusmann, und der Vorsitzende der RK Selztal, Oberleutnant Fabian Hofius, nutzten diese Gelegenheit und ehrten die Kameraden Oberstleutnant Bernhard Giesau für zehn, Obergefreiter Jens Budrewitz für 15 sowie Oberstleutnant Udo Theiß für unglaubliche 40 Jahre Mitgliedschaft im Reservistenverband.

Im Anschluss konnte der eigentliche Schwerpunkt des Abend angegangen werden. Als Einstieg in die Thematik verwies Dr. Wessel zunächst auf seine früheren Vorträge über das mikrobiologische Institut der Bundeswehr, welche sich bereits mit der Frage beschäftigt hatten, was bei einer epidemischen Lage zu tun sei und welche Industriestandorte bei der Epidemie-Prävention eine wichtige Rolle spielen würden. Auch in diesem Vortrag von 2018 war bereits die Mainzer Firma BioNTech genannt worden.

Nach dieser Grundlage folgte der Bericht über die Unterstützung des mikrobiologischen Instituts im Rahmen einer Reservedienstleistung ab März 2020. Dabei ging es zunächst um die Führung des Lagebildes sowie die Sicherstellung der Corona Diagnostik für die Bundeswehr. Hierfür wurde in den Monaten März und April ein Antigen-Schnelltes entwickelt. Im Anschluss erfolgte in der Zeit von Mai bis November 2020 die Entwicklung eines Nukleinsäureschnelltests. Parallel zu diesen Tätigkeiten konnte BioNTech mit der Entwicklung ihres Impfstoffes Erfolge erzielen, ein Prozess, der ebenfalls kurz thematisiert wurde und zu der Notwendigkeit des Aufbaus von Impfzentren führte, an dem Dr. Wessel im Falle des Impfzentrums Messe München Riem beteiligt war. Den Teilnehmern war es so möglich einen Einblick in den personellen, sowie materiellen Aufwand zu gewinnen, welcher notwendig war, um im Optimalfall 18.000 Impfungen pro Tag zu gewährleisten.

Das Jahr brachte 2021 zunächst die Weiterentwicklung und Erprobung des Nukleinsäureschnelltests, welcher sich vor allem in seiner relativen Einfachheit auszeichnet, was der breiten Anwendung entgegenkommt. So ist etwa ein einfacher Wasserkocher Teil der gebrauchten Ausstattung zur Durchführung des auf Speichel basierenden Testes. Als aktuelles Thema seiner Tätigkeit führte Kamerad Wessel die anstehende Medical Biodefense Konferenz an. 2018 hatten an dieser Veranstaltung über 500 Teilnehmer aus 53 Nationen teilgenommen. Ein Umfang, der durch die anhaltende Pandemie in diesem Jahr nicht erreicht werden kann. Mit dem Ausblick auf diese Konferenz Ende September beendete Dr. Wessel den Vortrag und eröffnete die Runde für Fragen und Diskussion.

Hier konnten neben den präsenten Teilnehmern auch die Teilnehmer über Stream ihre Fragen an den Vortragenden richten. Dabei wurden Fragen nach einer möglichen Herkunft des Virus oder den Gründen für die Impfverweigerung gestellt und diskutiert. Ebenfalls Thema waren Lehren aus den Fehlern der vergangenen anderthalb Jahre aber auch die Chancen durch neue Erkenntnisse, etwa in der mRNA Impfstoffforschung für die Zukunft. Dabei brachte Dr. Wessel ein, dass kleinere Unternehmen flexibler und risikobereiter sind, was diesen beim Gehen neuer Wege in der Forschung einen Vorteil verschaffe, welcher sich dann etwa wie im Fall von BioNTech auszahle.

Während der Abend für die digitalen Teilnehmer an dieser Stelle zu Ende war ging er vor Ort weiter. Unter Beachtung der Hygieneregeln tauschten sich die Anwesenden nach langer Zeit endlich wieder einmal persönlich aus und betonten dabei, wie gut es ihnen tat, trotz aller Auflagen, endlich wieder an einer Veranstaltung vor Ort teilnehmen zu können. Die RK Selztal betrachtet den Abend daher als Erfolg, ebenso wie das hybride Konzept, welches weiter verbessert und fortgeführt werden soll.

Zum vergrößern der Bilder diese einfach anklicken!

Bilder: Rainer Hofius

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