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„Blutige Romantik“




Pferdeskelett aus Napoleons Zeiten zeugt vom Leiden der Kreatur
 
Die Rolle von Tieren im Krieg: Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden widmet diesem Thema seit der Neueröffnung 2009 einen eigenen Bereich. Auch in der demnächst startenden Sonderausstellung „Blutige Romantik – 200 Jahre Befreiungskriege gegen Napoleon" spielt das Leiden der Kreatur eine wichtige Rolle.

Einer der Höhepunkte ist das  Skelett eines vor 200 Jahren in der Völkerschlacht bei Leipzig getöteten Pferdes.  Eindrucksvoll werden sie Überreste des Nutztieres in einer Präsentation aufbereitet – einschließlich der Kanonenkugel, die den Unterleib des Pferdes zerfetzte.

Am 7. August trafen die Fundstücke im Museum ein und werden nun originalgetreu hergerichtet. „Wir haben uns entschieden, das Pferdeskelett so zu präsentieren, wie es gefunden wurde“, so  Regina Smolnik, die Landesarchäologin des Freistaates Sachsen. „Das Besondere an dem Exponat ist, dass an der Stelle des Bauchraums eine Kanonenkugel gefunden wurde, so dass wir davon ausgehen können, dass das Tier in der Völkerschlacht bei Leipzig gestorben ist“, beschreibt sie das spektakuläre Exponat. Im Unterkiefer haben die Archäologen außerdem eine kleinere Musketenkugel gefunden. „Es könnte sein, dass das Tier einen Gnadenschuss erhalten hat, nachdem es von der Kanonenkugel getroffen wurde.“ Mindestens eine Million Pferde sind während der Napoleonischen Kriege gestorben.

Mit dem Pferdeskelett hat das Militärhistorische Museum eines der schönsten Exponate aus der Zeit vor 200 Jahren erhalten, berichtet die Landesarchäologin. „Es ist offensichtlich und sehr plastisch, wie das Pferd mitten in der Schlacht gestanden hat und getroffen wurde“, erzählt sie. Interesse an dem Tierskelett hätten auch Museen in Berlin und Leipzig bekundet. Jens Hans, zoologischer Präparator aus Dresden, bereitet nun die Knochen für die Ausstellung auf. Aus Fotos und Zeichnungen vom Fundort und Tüten mit den Skelettteilen stellt er das Pferdeskelett wieder zusammen.

Das Skelett war 2004 in Leipzig-Lindenthal gefunden worden. „Wir wissen, dass am 16. Oktober 1813 an dieser Stelle eine große Schlacht stattgefunden hat, doch ob die Kugel aus preußischen, französischen oder etwa schwedischen Kanonen geschossen wurde, das lässt sich nicht mehr feststellen“, sagt Regina Smolnik. Sicher ist, dass an dieser Stelle die schlesische Armee unter dem preußischen Heerführer Blücher gegen die französischen verbündeten Truppen gekämpft hat.

Das Pferdeskelett wird in der neuen Ausstellung das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Mit rund 500 Exponaten wird die Sonderausstellung die Ereignisse rund um die Befreiungskriege von 1813 in Erinnerung rufen. 90.000 Menschen waren auf den Schlachtfeldern der Befreiungskriege gestorben.

Die Ausstellung wartet auch mit anderen authentischen Ausstellungsstücken auf. Lieblingsstück von Kurator Gerhard Bauer ist die Uniform eines preußischen Streifkorps-Führers, des Freiherrn Peter von Colomb. „Wir haben die Leihgabe aus Privatbesitz erhalten und freuen uns sehr, sie bei uns im Museum präsentieren zu können“, so Bauer.
Die Ausstellung wird am 6. September eröffnet.

Cornelia Riedel
 
Bild 1
Aufbereitung eines spektakulären Fundes: (v.l.). Präparator Jens Hans, Kurator Gerhard Bauer, Landesarchäologin Regina Smolnik.
Foto: Cornelia Riedel
 
Bild 2
Kanonenkugel im Unterleib: So wurde das Pferdeskalett in Leipzig gefunden.
Foto: MHM

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