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Landesgruppe Sachsen

Aus den Ländern

Brief des Landesvorsitzenden zum Krieg in der Ukraine

Krieg in der Ukraine - Der Landesvorsitzende der Landesgruppe Sachsen des Reservistenverbands wendet sich mit einem Brief an seine Mitglieder.

Bildautor: LG SN

Liebe Kameradinnen und Kameraden,
liebe Mitglieder der Landesgruppe Sachsen,


wir erleben gegenwärtig eine Zäsur in der Europäischen Geschichte nach 1945.
Fassungslos und mit Abscheu blicken wir auf die aktuellen Ereignisse, den durch den
russischen Präsidenten entfachten Krieg in der Ukraine und müssen erkennen, wie aus
dem Friedensbringer im 2. Weltkrieg der Aggressor der heutigen Tage geworden ist.

Auch wir, die Reservisten der Landesgruppe Sachsen, bringen deutlich unsere Ablehnung
und unseren schärfsten Protest gegenüber diesem völkerrechtswidrigen Aggressionsakt
gegenüber dem Ukrainischen Volk zum Ausdruck und richten unsere Forderung an
Vladimir Putin, diesen verbrecherischen Akt gegenüber dem Ukrainischen Volk umgehend
zu beenden.

Hierbei muss man allerdings auch beachten, dass hier nicht das Russische Volk insgesamt
verurteilt werden darf. Auch dort gibt es erhebliche Widerstände gegen diesen Krieg. Die
alleinige Verantwortung trifft hier Vladimir Putin und seine unmittelbaren Handlanger.

Fast könnte man meinen, das Handeln Putins hat sogar positive Aspekte für uns, welche
sich letztlich sogar gegen ihn selbst richten.

Noch nie hat es im Rahmen der Europäischen Union ein so geschlossenes Auftreten und
Handeln gegeben. Dank Putin ist Europa enger zusammengerückt. Dies gilt selbst für unser
eigenes Parlament. Hat man die Debatte in der heutigen außerordentlichen Sitzung des
Deutschen Bundestages verfolgt, war eine seltene Übereinstimmung in den Auffassungen
und eine bisher kaum dagewesene Unterstützung der Opposition für die Regierung
festzustellen. So hätte man sich dies immer gewünscht. Endlich sind auch ich hoffe mit
bleibender Wirkung Fehler in der Politik der vergangenen Jahre erkannt und deutlich
angesprochen worden. Ich spreche dabei neben anderen Bereichen wie Energiesicherheit
insbesondere von den Versäumnissen bei der Aufrechterhaltung unserer
Verteidigungsfähigkeit. Die Erkenntnis kommt spät, aber nicht zu spät und die Umsetzung
wird sicher auch für die Reservisten im Land Sachsen spürbar werden. Wir werden uns den
Herausforderungen stellen und unsere Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen.
Wie viele Reservisten der Bundeswehr sich engagieren und einbringen wollen findet unter
anderem auch darin einen deutlichen Ausdruck, dass in den letzten Tagen die Zahl der
Beitrittserklärungen zu unserem Verband enorm angestiegen ist, wie ich am Wochenende
im Rahmen der Sitzung des Verbandsausschusses für Verbandsangelegenheiten in Kassel
durch einen Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle erfahren habe.


Ich möchte hier jedoch auch vor Aktionismus warnen. Was will ich damit sagen?


In den letzten Tagen seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat es bereits eine Vielzahl von
Anfragen bezüglich Einsatzmöglichkeiten bzw. Heranziehungen durch Reservisten
gegeben. Diese Einsatzbereitschaft ist erfreulich, aber noch verfrüht. Durch die
Bundeswehr werden gegenwärtig noch keine Freiwilligenmeldungen
entgegengenommen. Was für mich auch insoweit nachvollziehbar ist, da der Bündnisfall
im Rahmen der NATO noch nicht eingetreten ist.

Das heißt jedoch nicht, dass wir als Reservistenverband und jeder Reservist für sich nicht
aktiv werden können. Wirksame Hilfeleistungen können auch in anderer Form als mit der
Waffe in der Hand erfolgen. Ich denke hier insbesondere an finanzielle Hilfe durch Spenden
wozu es aktuell bereits viele Aufrufe gibt oder auch ein aktives Einbringen bei der Frage
der Vorbereitung und später der Realisierung der Betreuung von Flüchtlingen aus der
Ukraine.

In der EU werden zwar mögliche Verteilungsquoten gegenwärtig noch verhandelt, aber
auch in Sachsen werden mit Sicherheit Flüchtlinge aufgenommen werden. Ich halte es für
sehr wichtig, dass diese Menschen unsere solidarische Haltung deutlich spüren können
und sich tatsächlich betreut fühlen. Auch meine Frau und ich haben in diesem
Zusammenhang bereits in Erwägung gezogen, wenn Bedarf gegeben ist, in unserem Haus
Flüchtlinge aufzunehmen und zumindest zeitweilig ein sicheres Zuhause zu geben.

Also bitte, jetzt nicht die Bundeswehr überrollen, sondern nachdenken, welche Form der
Hilfeleistung am nutzbringendsten ist. Hier sehe ich vor allem auch ein Betätigungsfeld für
unsere stellvertretenden Landesvorsitzenden Nord, Ost und Südsachsen ihre regionalen
Verbindungen zu nutzen, um herauszufinden wo und in welcher Form die Landesgruppe
und ihre Reservisten am wirkungsvollsten tätig werden kann.


Mit kameradschaftlichen Grüßen


[im Original gezeichnet]
Gunter Scharf

Oberst d.R.

Landesvorsitzender Sachsen

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