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Russen und Franzosen im Gefecht




Napoleonische Sommernacht im Militärhistorischen Museum

Ganz im Zeichen des 200. Jahrestages der Völkerschlacht in Leipzig und der Zeit der Napoleonischen Kriege stand die Museumssommernacht im Militärhistorischen Museum (MHM) der Bundeswehr in Dresden am 13. Juli. Unter anderem zwölf Grenadiere des 22. Regiments der französischen Linien-Infanterie von 1803 waren zusammen mit russischen Soldaten aus der Zeit vor Ort, um Gefecht und Alltag der Armeen nachzustellen. Über 1.200 Gäste kamen zu der Veranstaltung in das Bundeswehr-Museum.

Die militärhistorischen Vorführungen waren Teil des Programms der Museumssommernacht, bei der in ganz Dresden Ausstellungseinrichtungen zu später Stunde ihre Türen öffnen. Zu den Höhepunkten im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr gehörte auch eine Lesung der Freiberger Autorin Sabine Ebert, die durch ihre Romanreihe „Die Hebamme“ bekannt geworden ist. Während der Veranstaltung las sie im zweiten Stock des Hauses aus ihrem neuen Buch „1813: Kriegsfeuer“, in dem die Autorin unter anderem über die Schlacht bei Dresden und das Leben in Sachsen unter Napoleons Herrschaft schreibt.

„Mit dem Programm wollen wir schon heute auf unsere große Sonderausstellung „Blutige Romantik – 200 Jahre Befreiungskriege gegen Napoleon“ einstimmen und eine Epoche lebendig werden lassen, die von blutigen Schlachten und romantischer Verklärung gleichermaßen geprägt war“, sagte Museumssprecher Alexander Georgi zur Museumsnacht. Die neue Ausstellung startet am 5. September im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr auf dem Olbrichtplatz 2 in Dresden. Zur Museumssommernacht exerzierten die französischen und russischen Soldaten zu unterschiedlichen Zeiten auf dem Platz vor dem Ausstellungshaus, sie zeigten Gefechtsbewegungen und Musketen sowie gewährten einen Blick in ihre Tornister, die fellbespannten Militärrucksäcke.
„Wir wollen den Besuchern den lineartaktischen Drill und das Manövrieren der französischen Infanterie, ihre Ausrüstung und das Sozialverhalten zeigen“, sagte Stefan Roda, der bei der Nachstellung der historischen Kämpfe einen französischen Divisionsgeneral verkörperte. Dargestellt wurden die französischen Soldaten von der Gruppe „22e demi-Brigade d´Infanterie de Ligne“, die 1987 gegründet wurde und Mitglieder aus Deutschland, Italien und Polen hat.

Zweites Team vor Ort waren die elf Mitglieder eines Leipziger Vereins, die das vierte russische Jägerregiment aus dem Jahre 1813 aus Gattschina, einer russischen Garnisonsstadt südlich von St. Petersburg, verkörperten. Die Leipziger Gruppe „4. Russisches Jägerregiment zu Fuß“ gilt als einzige Reenactment-Gruppe in Mittel- und Westeuropa, die russische Truppen (bis auf die Russische-Deutsche Legion ab 1812, wo Deutsche in russischer Uniform kämpften) zu Zeiten Napoleons ab dem Jahre 1806 bis 1815 darstellt. Als Reenactment bezeichnet man Aufführungen, bei denen geschichtliche Ereignisse möglichst originalgetreu neu inszeniert werden. Unteroffizier der Leipziger Gruppe ist Andreas Säring, der für die Vorführungen seinen Namen russifiziert hat und sich Andrjuscha Seizew nennt. „Ich bin geschichtsinteressiert und komme aus dem Süden Leipzigs, bin also gewissermaßen auf dem ehemaligen Schlachtfeldgelände aufgewachsen, deshalb begeistere ich mich für die Geschichte und das Leben der Armeen während der Völkerschlacht“, erzählt er.

Musikalisch umrahmt wurde das Programm durch die Auftritte der Gruppe Bacio di Tosca um Mezzosopranistin Dörthe Flemming. Die in der Romantik populäre Form des Kunstliedes verbunden mit modernen Musikelementen klang durch die Eingangshalle des Museums und lockte die Besucher zur Bühne im Libeskindteil des MHM. Parallel dazu führte der Kurator der Sonderausstellung „Blutige Romantik“, Dr. Gerhard Bauer, durch den Ausstellungsbereich 1813. Die jungen Museumsbesucher konnten sich unter dem Motto „Nelsonknoten und Bomberjacke“ auf die Spur von Uniformen, Rüstungen und Kettenhemden begeben.

Und wenn zum Reenactment zum 200jährigen Jubiläum der Völkerschlacht im Oktober 2013 demnächst in Liebertwolkwitz nahe Leipzig ein historisches Dorf aus der Zeit um 1800 aufgebaut wird, werden unter anderem auch die russischen Jäger des Leipziger Vereins in ihren Uniformen von 1813 vor Ort sein.

Cornelia Riedel

Fotos: LKdo Sachsen/Riedel

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