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Landesgruppe Sachsen

Sächsische Reservisten auch 2016 beim Don-Marsch in Ungarn dabei




Foto 1: in guter Gesellschaft mit tschechischen Kameraden

Fünf Kameraden der Landesgruppe Sachsen trafen sich am Vormittag des 28.01.2016 nahe der Autobahnauffahrt Dresden Altstadt, um am Don-Marsch 2016 teilzunehmen. Ziel der Reise war das ungarische Dorf Gyermely nahe der Stadt Tata im Bezirk Komárom – Esztergom nordwestlich von Budapest. Nach achteinhalb Stunden Fahrt mit einigen "Stau"-Einlagen und mit mal mehr, mal weniger Regen, wurde am frühen Abend schließlich das Ziel erreicht. Herr Balázs Jasdi, Major der Reserve und Gesamtleitender des Don-Marsches, und der Beauftragte für die deutsch-ungarische Partnerschaft aus dem sächsischen Partnerbezirk Fejér, Herr Imré Havasi,  Oberst der Reserve, begrüßten die Kameraden der Landesgruppe Sachsen auf das Herzlichste.
 
Als Quartier war den sächsischen Teilnehmern die Turnhalle der örtlichen Grundschule zugewiesen worden, wo auch das Abendessen eingenommen wurde. Die Gastgeber hatten ein ausgezeichnetes Gulasch mit Graupen vorbereitet, als Nachtisch gab es ein Stück Walnusskuchen mit Tee und Wein als Getränk. Zur Begrüßung gab es  traditionell einen "Pálinka" –  einen äußerst leckeren selbstgemachten Obstler aus der Region. Zwischen den anwesenden ungarischen, tschechischen und deutschen Kameraden gab es einen regen freundschaftlichen Gedankenaustausch – kommuniziert wurde  in Englisch, Ungarisch, Deutsch und wenn es sein musste auch mit Mimik und Gestik. Es war ein langer Abend geworden, den anwesenden Kameraden erschien die Zeit jedoch sehr kurzweilig.
 
Der Freitag begann mit dem Wecken um sechs Uhr und einem deftigen Frühstück. Nach dem Verpacken/ Verladen der Ausrüstung wurde antreten, danach hieß es Abmarsch zur  ersten Etappe. Im Regen und auf recht schlammigen Wegen ging es zirka 12 km über Felder und durch Wälder bis nach Bajna. Der  Bürgermeister von Bajna, Pallagi Béla, begrüßte die Teilnehmer nach den Anstrengungen mit heißem Tee und Glühwein. 


Foto 2: Impressionen vom vergangenen Jahr 
 
Im Schloßgarten von Bajna hatte man während des Zweiten Weltkrieges zahlreiche deutsche Soldaten bestattet. Nachdem der Volksbund Kriegsgräberfürsorge 1989 die Genehmigung erhalten hatte, diese oberirdisch nicht mehr erkennbaren Gräber zu sondieren und die Toten auf den Gemeindefriedhof umzubetten, wurden bei den im Jahr 1990 durchgeführten Arbeiten 153 Tote geborgen. Auf dem Gemeindefriedhof waren bereits 20 Kriegstote in Einzelgräbern bestattet worden. Heute zieren Metallkreuze mit Namen und Daten der hier nun ruhenden 173 deutschen Soldaten den Soldatenfriedhof, welcher am 26.Juli 1992 eingeweiht wurde. Ein Hochkreuz aus Eichenholz mit Gedenkaussage befindet sich  am zentralen Platz der Anlage. Bajna liegt im Norden Ungarns, 40 Kilometer nordwestlich von Budapest, nahe der slowakischen Grenze. Der Soldatenfriedhof befindet sich am östlichen Eingang des Gemeindefriedhofes. Der Weg ist ab der Dorfmitte (Kirche) ausgeschildert.Die genaue Adresse lautet:Deutscher Soldatenfriedhof Bajna Gagarin utca2525 Bajna UNGARN GPS:47°39'17,27"N; 18°36'18,17"E (Quelle: http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/bajna.html)
 
Vor dem Denkmal für die Gefallenen der Kriege wurde eine Gedenkzeremonie mit Redebeiträgen des örtlichen Bürgermeisters, eines Staatssekretärs der ungarischen Regierung, eines Vertreters des Verteidigungsministeriums und mit kurzer Andacht des örtlichen Pfarrers abgehalten. Als offizielle deutsche Vertreter waren der Verbindungsoffizier bei den ungarischen Streitkräften, der aus Marienberg stammende Oberstleutnant Uwe Patz (Patz ist deutscher Austauschoffizier am Joint Force Command – dem Führungskommando der ungarischen Streitkräfte und in Székesfehérvár stationiert (Quelle: www.streitkräftebasis.de) und in Vertretung des Militär Attachés, der Stabsfeldwebel M. Armbruster anwesend. Beide hatten die sächsischen Reservisten bereits beim Don-Marsch 2015 kennengelernt. Nach der Gedenkzeremonie ehrten Sachsens Reservisten die Gefallenen durch Niederlegen eines Kranzes mit Schleife der Landesgruppe Sachsen im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V.. Zeitgleich legte auch der örtliche Bürgermeister einen Kranz nieder. Die ungarischen Kameraden, in historischen Uniformen gekleidet, feuerten an beiden Denkmälern zum Abschluss einen Ehrensalut aus ihren Repetierbüchsen Mauser Karabiner 98.
 
Bei einem Gulaschessen in die Dorfturnhalle war Gelegenheit mit Vertretern der Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Nachdem sich die Sächsischen Reservisten beim Bürgermeister von Bajna für die Gastfreundschaft bedankt hatten, ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Héreg. Nach gut 2 ½ h Marsch in  Héreg angekommen, erwartete die Teilnehmer im Gemeindesaal des Ortes eines leckeres Wildschwein-, wie konnte es auch anders sein, -gulasch.
 
Gut ausgeschlafen und verköstigt führte die Route am Samstagmorgen über vereiste Wege nach Tardos. Nach der Ankunft gegen Mittag wurde Quartier in einem Gemeindehaus bezogen. Spätnachmittags fand an dem Kriegerdenkmal vor der Dorfkirche eine Gedenkzeremonie statt. Der Frauenchor des Ortes sorgte für die musikalische Umrahmung, zum Abschluss erklang die ungarische Nationalhymne. Anschließend traf man sich zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Gemeindesaal.
 

Foto 2: Kamerad Duckert, Beauftragter der Landesgruppe Sachsen für internationale Beziehungen Ungarn, (links)
bedankt sich bei den ungarischen Kameraden für die Gastfreundschaft

Auf Grund der starken nationalen aber auch internationalen Beteiligung fand der Don-Marsch in diesem Jahr anders als in den Jahren davor statt, so die Erklärung des  Gesamtleitenden, Herrn Balázs Jasdi, Major der Reserve. Es marschierten in diesem Jahr 4 getrennte Züge an unterschiedlichen Orten. Zum Dank für die Einladung und die gewährte Gastfreundschaft überreichten die sächsischen Teilnehmer dem Organisationsteam das Ehrenschild der Landesgruppe Sachsen.
 
Mit der Teilnahme am Don-Marsch haben sich das gegenseitige Verständnis und auch die Partnerschaft vertieft, darin sind sich die sächsischen Teilnehmer einig. Dass dies auch von ungarischer Seite aus so gesehen wurde, zeigte sich in der spontanen Einladung zur Teilnahme am Don-Marsch 2017.
 
Text: Thomas Duckert  OG d.R.
Beauftragter der Landesgruppe Sachsen für internationale Beziehungen Ungarn

Fotos: Ingo Großmann (1,2), Robert Oeding (3)

 

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