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Sicherheitspolitische Hochschularbeit

Der integrierte Ansatz – funktioniert er?




Die Teilnehmenden des IX. Seminars Wirtschaft und Sicherheit vor der BAKS in Berlin.

Foto: BSH

BSHsicherheitspolitik

Das IX. Seminar Wirtschaft und Sicherheit des Bundesverbandes Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH) thematisierte in diesem Jahr den sogenannten integrierten Ansatz. Die Tagung war die erste Veranstaltung des BSH, die nach mehr als 1,5 Jahren Online-Veranstaltungen endlich wieder in Präsenz stattfinden konnte. Knapp 20 Studierende aus ganz Deutschland waren im Oktober für vier Tage in die Hauptstadt gekommen, um Vorträge über den sogenannten „integrierten Ansatz“ zu hören und mit den Referentinnen und Referenten die Frage zu erörtern, inwieweit der integrierte Ansatz geeignet ist, um Frieden und wirtschaftliche Entwicklung zusammenzubringen.

Den Start machte Dan Krause von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg, der in seinem Vortrag „Von Illusionen, Fehlern und Erfolgsbedingungen westlicher Stabilisierungsbemühungen“ gleich zu Beginn mit einer sehr kritischen Perspektive auf den integrierten Ansatz das Seminar eröffnete. In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die jüngst beendete Militärmission in Afghanistan sehr lebhaft diskutiert.

Der zweite Tag startete mit einem Vortrag von Briece de Schietere, der die Abteilung „Integrated Approach for Security and Peace Directorate“ beim European External Action Service leitet. Darin zeigte er vor allem eine europäische Perspektive zum integrierten Ansatz auf und erläuterte, wie innerhalb der EU-Ausbildungsmissionen wie EUTM Mali koordiniert werden. Der zweite Vortrag an diesem Tag kam von Hanna Hodel, Afrikareferentin des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Sie erläuterte in ihrem Vortrag die Rolle, die privatwirtschaftliches Engagement in fragilen Kontexten spielen kann. Dabei zeigte Hodel auf, dass insbesondere Direktinvestitionen einen positiven Beitrag zu Stabilität und Entwicklung leisten können.

Eine interessante Debatte entbrannte an der Frage, ob Unternehmen nicht zu profitinteressiert sind und ihre Gewinne ins westliche Ausland abziehen, statt vor Ort für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. Zum Schluss fuhren die Studierenden nach Berlin-Charlottenburg zum Zentrum Internationale Friedenseinsätze. Dort stellte Wanda Hummel die Arbeit des ZIF vor und erklärte, wieso insbesondere der Einsatz von zivilen Fachkräften in Konfliktgebieten wichtig ist.

Weiter ging es mit dem Vortrag von Hauptmann Denise Alten, Jugendoffizier der Bundeswehr. Ihr Vortrag war ganz dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan gewidmet und sie erläuterte darin, inwiefern dieser vom integrierten Ansatz geprägt war. Insbesondere die Frage, ob der Einsatz wegen falscher politischer Zielsetzungen von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, wurde im Anschluss kontrovers diskutiert.

Danach folgte Casjen Ohnsorge, der im Referat Afrikapolitische Grundsätze des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung arbeitet. Der Vortrag widmete sich dem Marshallplan mit Afrika und erläuterte, wieso Deutschland mit bestimmten afrikanischen Staaten sogenannte Reformpartnerschaften unterhält und wie diese einen Beitrag zu langfristiger Stabilität leisten können.

Zum Schluss statteten die Studierenden der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Pankow einen Besuch ab. Dort hörten sie einen Vortrag von Carolin Wonka und Marius Stahmer, welche aus einer entwicklungspolitischen Perspektive erläuterten, inwiefern der integrierte Ansatz geeignet ist, Frieden und wirtschaftliche Entwicklung zusammenzubringen.

Den letzten Vortrag des Seminars hielt Dr. Ronja Scheler, die versuchte noch einmal ein Fazit zu ziehen und die Frage zu beantworten, inwieweit das Konzept des integrierten Ansatzes tatsächlich aufgeht. Eine Umfrage unter den Teilnehmenden ergab ein sehr gespaltenes Bild. Circa ein Drittel der Teilnehmenden fand, dass das Konzept funktioniert. Ein Drittel war gegenteiliger Meinung und ein weiteres Drittel glaubt, dass es weder vollends funktioniert, noch vollends gescheitert sei.

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