Panzer gibt es aus einem Pool
Kommandeur ist der 46 Jahre alte Oberstleutnant der Reserve Oliver Dellschau. Über einen Aufruf in den verbandseigenen Medien konnte er sehr schnell viele geeignete Reservisten finden. Die Personaleinplanungen laufen noch. Es werden noch Spezialisten gesucht, vor allem für die Stabs- und Versorgungskompanie.
reservistenverband.de: Herr Oberstleutnant Dellschau, wen suchen Sie noch?
Oliver Dellschau: Ganz besonders Logistiker und Instandsetzer, welche in der Stabs- und Versorgungskompanie zu Hause sind, also Männer und Frauen für die Transportgruppe und den Instandsetzungszug. Aber auch Spezialisten für die Stabsabteilungen im Führungsgrundgebiet 4 (S4) werden gebraucht.
reservistenverband.de: Wo kommen Ihre Panzer her?
Dellschau: Die Bundeswehr wird zukünftig über 225 Leopard 2 in verschiedenen Rüststufen von A5 bis A7 verfügen – dies ist eine sogenannte Stückzahlobergrenze. Hiervon sind 196 Kampfpanzer in das Pilotprojekt 2 des "Dynamischen Verfügbarkeitsmanagement" eingeflossen. Mit diesem Pilotprojekt 2 wird der Truppe zum einen ausreichend einsatzbereites Großgerät für ihre Aufträge zur Verfügung gestellt und zum anderen werden die getroffenen Entscheidungen bezüglich der Steuerung, der Bewirtschaftung sowie der Instandsetzung eines Systempools der Kampfpanzerflotte in der Bundeswehr überprüft. Die Kampfpanzer sind keinem Verband mehr fest zugeordnet, sondern werden in einem Systempool von einem Organisationselement des Heeres bewirtschaftet. Der Vertragspartner der Bundeswehr, die HIL GmbH, hält die Systemflotte einsatzbereit und stellt die Kampfpanzer auf Anforderung der Truppe zur Verfügung. Konkret heißt das für das Gebirgspanzerbataillon 8, dass wir für eine Übung und zu Ausbildungszwecken rechtzeitig die notwendigen Kampfpanzer anfordern müssen. Diese werden dann in einer Verteilerkonferenz zugeteilt. Alle aktiven Panzerbataillone unterliegen dem gleichen Verfahren.
reservistenverband.de: Wann werden Sie erstmals mit Ihren Reservisten auf einen Truppenübungsplatz gehen, um das Zusammenspiel zu trainieren?
Dellschau: Das begann schon in diesem Jahr mit einer Kurzwehrübung im November. Wir werden neben Taktik und Führung im Gefecht infanteristische Grundlagen auffrischen. Auf dem Standortübungsplatz in Pfreimd werden wir unter anderem Alarmposten und Sicherungsaufgaben trainieren. Aber auch die Waffen- und Geräteausbildung am Kampfpanzer sowie die Ausbildung auf den entsprechenden Simulatoren wird anlaufen. Sie sehen: Wir beginnen schon in diesem Jahr, um dann 2018 hoffentlich fit zu sein, eine erste Übung durchführen zu können.
reservistenverband.de: Werden Ihre Soldaten auch in Auslandseinsätze gehen können?
Dellschau: Ja, das ist sicher möglich. Da aber das Gebirgspanzerbataillon – neben anderen Standardaufgaben eines Ergänzungstruppenteils – primär für die Landesverteidigung bereitgehalten wird, werden wir außer in einer Krise innerhalb der Nato-Grenzen nicht selbst als Verband in Gänze in einen Auslandseinsatz gehen. Eine Auslandsverwendung ist deshalb immer im Rahmen und in Verwendung bei unserem Couleurverband, dem Panzerbataillon 104, möglich. Dort sind auch Reservistendienstleistungen unseres Personals möglich und erwünscht. Die Männer und Frauen des Gebirgspanzerbataillons 8 sollen und müssen sich durch ständige Reservistendienstleistungen beim Panzerbataillon 104 fit halten.
Wer Interesse hat, sich beim Gebirgspanzerbataillon 8 in Pfreimd beordern zu lassen, wendet sich telefonisch an: Oberstabsfeldwebel Robert Braun, Telefon: 0 96 06 – 8 88 – 25 51, um sich über Verwendungsmöglichkeiten informieren zu lassen. Informationen zum Bataillon im Internet.
Das Interview führte Detlef Struckhof
Bild oben: Reservisten sind zum Aufstellungsappell
angetreten (Fotograf: Michael Pfaffenbauer).
Bild unten: Oberstleutnant der Reserve Oliver Dellschau ist
Kommandeur des Gebirgspanzerbataillons 8
(Fotograf: Michael Pfaffenbauer).