Sicherheitspolitik ist kein Igitt-Thema
Dabei erfuhren die Ehrenamtlichen vom ARD-Tagesthemen-Redakteur Christian Thiels worauf es bei einer sicherheitspolitischen Berichterstattung ankommt: "Bei vielen Journalisten ist das Thema Sicherheitspolitik ein Igitt-Thema. Es gilt als unsexy, denn die Öffentlichkeit ist damit nicht zu begeistern. Deshalb gibt es nicht viele, die sich darin gut auskennen und die kompetent berichten können." Darin läge eine Chance für den Reservistenverband, Sicherheitspolitik kompetent zu erklären und das Verständnis für dieses komplexe Feld zu fördern. "Jemand muss den Menschen erklären, was die Bundeswehr leisten kann und was nicht. Die Politik und die Bundeswehr tun dies nicht ausreichend", so der vormalige ARD-Hauptstadtkorrespondent.Er lobte diesbezüglich das verbandseigene sicherheitspolitische Magazin "loyal" als äußerst kompetent und bei Journalisten anerkannt. Jedoch könne der Verband in seiner aktiven Pressearbeit besser werden, um so auf Themen und Entwicklungen aufmerksam zu machen, so sein Fazit.
Veranstaltungsberichte gehören ins Internet
Marco Seliger, Chefredakteur der "loyal", erläuterte sein Zukunftskonzept für das mit rund 130.000 verbreiteten Exemplaren bedeutendste sicherheitspolitische Magazin Deutschlands. "Im Juni werden wir mit einem neuen Layout erscheinen. Wir wollen mehr Analysen, Hintergründe und Einordnungen, aber auch Reportagen und Kommentare bringen. Das ist die Stärke eines Monatsheftes."Darum appellierte Seliger an die Landesbeauftragten, sich mehr Zeit für qualitativ höherwertige Berichte zu nehmen: "Sie müssen sorgfältig recherchieren. Denken Sie in Themen. Einzelberichte über Vorträge, Veranstaltungen, Wahlen und Jubiläen gehören ins Internet."
Reservistenverband will qualitativ gut informieren
Sascha Rahn greift diese Anregungen gerne auf. Der Vizepräsident für Information und Kommunikation des Reservistenverbandes sagt: "Wir wollen neue Wege gehen. Deshalb werden wir die "loyal" moderner präsentieren, die digitale Präsenz des Verbandes überarbeiten und unsere Pressearbeit noch pro-aktiver ausrichten. Das geht im ehrenamtlichen Bereich nicht von heute auf morgen und erst recht nicht allein durch Vorgaben und Handreichungen – viel mehr gilt es, die Attraktivität unseres Seminar- und Schulungsangebotes weiter zu steigern. Mit unseren hauptamtlichen Redaktionen und der Pressestelle verfügen wir über eine gute Ausgangsbasis für mehr Qualitätsjournalismus." Dabei hatte Rahn sicherlich auch die Worte von Christian Thiels im Ohr, der sagte: "Sicherheitspolitischer Journalismus ist ein besonders schwieriges Gebiet, es ist kompliziert und anstrengend. Man muss viel Gehirnschmalz einsetzen, um die hochkomplexen Zusammenhänge zu verstehen, zu bewerten und einzuordnen. Noch schwieriger ist es, dies dann für jedermann einfach zu erklären." Darin sieht Vizepräsident Rahn eine große Chance für den Reservistenverband. "Wir sind vom Bundestag damit beauftragt, als Mittler in diesem Themenkomplex zu agieren. Das wollen wir vertiefen."
(dest)
Bild oben: Gruppenarbeit der Landesinternet- und
Landespressebeauftragten des Reservistenverbandes
(Foto: Nadja Klöpping).
Bild Mitte: Journalist Christian Thiels berichtet über seine Arbeit
als ARD-Hauptstadtkorrespondent und die sicherheitspolitische Berichterstattung
in Deutschland. Im Foto rechts hinten: Sascha Rahn,
Vizepräsident für Information und Kommunikation des Reservistenverbandes
(Foto: dest).
Bild unten: Marco Seliger spricht über das neue "loyal"-Konzept,
das ab Juni dieses Jahres umgesetzt werden soll (Foto: dest).